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Laufen

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verbrennt man durchschnittlich pro Meile beim Laufen (Eine Meile entspricht ca. 1,61 km).
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ist der aktuelle Weltrekord im Marathon, gelaufen beim Berlin Marathon 2018.
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aktive Läufer*innen gab es 2018 in Deutschland.
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wurde der erste Lauftreff in Berlin gegründet.
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Läufer*innen erreichten 1970 das Ziel beim New York Marathon. 1980 waren es 12.512 und 1999 schon über 30.000.
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Teilnehmer*innen wurden 2018 bei Laufveranstaltungen in Deutschland erfasst (inkl. Dopplungen), 2010 waren es noch 739.814.

Laufen ist die natürlichste menschliche Bewegungsform, ohne die kaum ein Sport möglich wäre. Der Laufsport beruht wie das Wandern auf der Fortbewegung zu Fuß. Laufen kann weiter unterteilt werden, wie bspw. Gehen, Joggen, Sprinten oder Traben. Zudem werden mit dieser Sportart auch immer die konditionellen Fähigkeiten Ausdauer, Schnelligkeit und Kraft assoziiert (1).

Laufen kann individuell oder als vereinsgebundener Leistungs- und Breitensport ausgeübt werden. Die Laufart, die Geschwindigkeit, die Beschaffenheit der Strecke und ihre Länge bestimmen die Läufer*innen je nach Leistungsgrad selbst. Im Prinzip kann jeder, der sich bewegen möchte, mit dem Laufen beginnen. Jedoch sollte am Anfang darauf geachtet werden, dass man sich nicht überschätzt und zu schnelll an seine Leistungsgrenze kommt (1). Die richtige Geschwindigkeit ist die, bei der man sich noch gut mit seinem Laufpartner unterhalten kann (2).

Nach Aussagen von erfahrenen Läufern*innen bringt diese Bewegungsform viele positive Effekte mit sich. Das Gefühl, fitter und gesünder zu sein, aber auch ein gesteigertes Selbstwertgefühl spielen hierbei eine große Rolle (2).

(1) Martin, K., Mauritz, M. (2011). Laufen in Schule und Verein – Die Grundlage des Sporttreibens. Schorndorf: Hofmann-Verlag.

(2) Griffith Joyner, F., Hanc, J. (1999). Running for Dummies. Foster City: IDG Books Worldwide.

Viele, die den Laufsport betreiben, gehen gerne in naturnahen Erholungsgebieten, wie z.B. Parkanlagen oder Wäldern, laufen. Das Betreten eines Waldes ist grundsätzlich allen zum Zwecke der Erholung gestattet. Es empfiehlt sich jedoch, beim Laufen im Wald auf einige Regeln zu achten, um Waldbewohner nicht zu stören:

  1. Respektieren Sie Tabuzonen, bspw. Lebensräume bedrohter Arten (3).
  2. Halten Sie sich an Betretungsverbote, welche z. B. in der Brut- und Setzzeit zum Schutze der Jung- und Elterntiere verhängt werden.
  3. Hinterlassen Sie keinen Abfall im Wald.
  4. Vermeiden Sie es, bei Nacht im Wald zu laufen, da die Wildtiere Erholung und Ruhe benötigen (4)

Ergänzend zu den allgemeinen Verhaltensregeln im Wald, die grundsätzlich auch auf das Laufen in der Natur, insbesondere in ufernahen Gebieten, anzuwenden sind, sollten folgende Hinweise für die persönliche Sicherheit beim Laufen beachtet werden:

  1. Tragen Sie keine Kopfhörer, da die Musik Sie von möglichen Gefahren ablenken kann, oder reduzieren Sie die Lautstärke auf ein Maß, das gewährleistet, dass Sie Umgebungsgeräusche wahrnehmen.
  2. Wenn Sie bei Dunkelheit laufen, machen Sie sich sichtbar. Tragen Sie bspw. eine Weste mit Reflektoren sowie Lauflichter/Stirnlampen. Vermeiden Sie es, in unbewohnten, unbekannten Gegenden alleine zu laufen.
  3. Suchen Sie sich ggf. Laufpartner*innen (5).

Bei der Planung von Laufstrecken durch geschützte Gebiete muss das Wegegebot beachtet und ggf. eine Genehmigung eingeholt werden. Den Läufern sollte klar vermittelt werden, dass die ausschließliche Benutzung der Wege vorgeschrieben ist. Hierdurch kann die Störung bzw. Beschädigung von bedrohten Tier- und Pflanzenarten minimiert werden.

(3) Schemel, H-J., Erbguth, W. (2000). Handbuch Sport und Umwelt. Aachen: Meyer & Meyer Verlag.

(4) Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz. Regeln für naturverträgliches Geocaching in Rheinland-Pfalz – insbesondre zum Verhalten im Wald. Zugriff am 04.08.2020 unter: https://mueef.rlp.de/fileadmin/mulewf/Themen/Naturschutz/Regeln_fuer_naturvertraegliches_Geocaching_in_RLP.pdf

(5) Griffith Joyner, F., Hanc, J. (1999). Running for Dummies. Foster City: IDG Books Worldwide.

Das Laufen ist eine größtenteils individuell organisierte Freizeitsportart. Zwar ist der Laufsport in Deutschland sehr weit verbreitet, doch nur ein geringer Teil der Sportler*innen ist Mitglied eines Vereins (6). 2018 gab es in Deutschland rund 22 Mio. Läufer*innen, die in der Freizeit joggten bzw. Wald- oder Geländeläufe machten (7). 2018 wurden 1.085.219 Teilnehmer bei Laufveranstaltungen in Deutschland erfasst (Dopplungen möglich), 2010 waren es noch 739.814 (8).

In Deutschland werden die Interessen der Läufer*innen hauptsächlich durch den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) vertreten. Dass die meisten Läufer*innen sich lieber selbst organisieren, zeigen die Mitgliedszahlen des DLV, die von 2006 bis 2017 um beinahe 10 % gesunken sind (9).

(6) Wessinghage, T. (2001). Laufen: der Ratgeber für Ausrüstung, Technik, Training, Ernährung und Laufmedizin. München: BLV Verlagsgesellschaft mbH.

(7) Statista. (2019). Anzahl der Personen in Deutschland, die in der Freizeit Joggen bzw. Wald- oder Geländeläufe machen, nach Häufigkeit von 2014 bis 2018 (in Millionen). Zugriff am 04.08.2020 unter: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/171138/umfrage/haeufigkeit-des-joggens-in-der-freizeit/

(8) Döhrn, R. (2019). Laufmarkt 2018. Essen: o. Verlag.

(9) Statista. (2019). Mitgliederzahl des Deutschen Leichtathletik Verbandes von 2002 bis 2018. Zugriff am 04.08.2020 unter: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/215947/umfrage/mitgliederzahl-des-deutschen-leichtathletik-verbandes/

In Kapitel sieben (Erholung in Natur und Landschaft) des BNatSchG (10) ist in § 59 zum Betreten der freien Landschaft Folgendes festgehalten:

  1. Das Betreten der freien Landschaft auf Straßen und Wegen sowie auf ungenutzten Grundflächen zum Zweck der Erholung ist allen gestattet (allgemeiner Grundsatz).
  2. Das Betreten des Waldes richtet sich nach dem Bundeswaldgesetz und den Waldgesetzen der Länder sowie im Übrigen nach dem sonstigen Landesrecht. Es kann insbesondere andere Benutzungsarten ganz oder teilweise dem Betreten gleichstellen sowie das Betreten aus wichtigen Gründen, insbesondere aus solchen des Naturschutzes und der Landschaftspflege, des Feldschutzes und der land- und forstwirtschaftlichen Bewirtschaftung, zum Schutz der Erholungsuchenden, zur Vermeidung erheblicher Schäden oder zur Wahrung anderer schutzwürdiger Interessen des Grundstücksbesitzers einschränken.

Im Klartext bedeutet dies, dass Sie Ihr individuelles Lauftraining auf Straßen, Wegen und ungenutzten Grundflächen ausüben dürfen, sofern dies nicht ausdrücklich untersagt ist. Betretungsverboten, die bspw. aufgrund von Naturschutzmaßnahmen verhängt werden, muss Folge geleistet werden.

(10) § 59 Bundesnaturschutzgesetz. Betreten der freien Landschaft. Zugriff am 04.08.2020 unter: http://www.gesetze-im-internet.de/bnatschg_2009/BJNR254210009.html#BJNR254210009BJNG001500000

Laufen kann man in nahezu jedem Naturraum, der den Ansprüchen der Läufer*innen genügt. Favorisiert werden unbefestigte Wege auf nachgebenden Böden wie dünnem Schotter und Gras oder erdgebundene Pfade, um Verletzungen vorzubeugen (11). Einer der größten Vorteile des Laufsports ist, dass er sich im Prinzip immer und überall durchführen lässt. So kann man sich in der Natur auf Wegen und Pfaden oder auf künstlich angelegten Laufbahnen und Straßen fortbewegen (12). 

Bei sehr naturnahen Formen des Laufens, dem Trail- und Orientierungslauf, werden häufig Waldgebiete, aber auch alpines Gelände als Ausübungsort gewählt. Dabei wird teilweise auch querfeldein gelaufen (13). Während Jogger*innen relativ ebenen Untergrund ohne große Hindernisse bevorzugen, wählen Trail- und Orientierungsläufer*innen in der Regel Strecken mit abwechslungsreichem Untergrund.

(11) Griffith Joyner, F., Hanc, J. (1999). Running for Dummies. Foster City: IDG Books Worldwide.

(12) Wessinghage, T. (2001). Laufen: der Ratgeber für Ausrüstung, Technik, Training, Ernährung und Laufmedizin. München: BLV Verlagsgesellschaft mbH.

(13) Ingold, P. (2005). Freizeitaktivitäten im Lebensraum der Alpentiere – Konfliktbereiche zwischen Mensch und Tier. Berne: Haupt.

Die Auswirkungen des Laufens auf den Naturraum sind sehr gering. Störungen durch Läufer*innen werden am ehesten durch falsches oder verbotenes Verhalten verursacht, wie z. B. das Beunruhigen scheuer Tiere durch das Mitführen von Hunden ohne Leine, Parken in der Natur und das Verschmutzen der Landschaft durch Müll.

Beim Orientierungslauf (OL), wenngleich dieser in Deutschland nur wenig praktiziert wird, sind die Einwirkungen auf die Umwelt höher, da zum Teil abseits von Wegen gelaufen wird. Durch das Laufen im Wald können Tiere aufgeschreckt werden, was zu einem Fluchtverhalten der Tiere führen kann. Zudem kann die Brut- oder Fortpflanzungszeit gestört werden. Gerade bei Wettkämpfen kommt es zu starken Belastungen (14). Da der Wald, das Gelände und die Natur die Arenen für den OL sind, liegt es im ureigenen Interesse der OL-Läufer, die Natur in ihrer Vielfalt zu erhalten, zu schonen und zu schützen.

Beim Trailrunning bzw. Traillauf wird zwar größtenteils auf bereits vorhandenen Wegen (Trails) gelaufen, die Läufer*innen suchen aber wie beim OL möglichst unberührte Natur, und es kann dadurch ebenfalls zu Störungen der Flora und Fauna kommen.

Organisierte Laufveranstaltungen haben in der Regel negative Auswirkungen auf die Umwelt. Im Rahmen der Versorgung der Teilnehmer*innen kann es zu großen Müllmengen kommen. Auch der Streckenverlauf, An- und Abreise und Örtlichkeit der Veranstaltung können negativen Einfluss auf den Naturraum haben. Veranstalter*innen sollten ihren Lauf im Hinblick auf die Strecke und Müllproduktion möglichst nachhaltig organisieren und Anreize für umweltbewusstes Verhalten schaffen.

(14) Ingold, P. (2005). Freizeitaktivitäten im Lebensraum der Alpentiere – Konfliktbereiche zwischen Mensch und Tier. Berne: Haupt.

Der Wald stellt eine stark frequentierte Umgebung zum Ausführen diverser Sportarten dar. Vor allem Sport, der wie das Laufen nicht räumlich gebunden ist, wird gerne im Freien ausgeübt, was zu Konflikten führen kann. Anzuführen ist hier die zum Teil erschwerte Jagd, aber auch Interessenskonflikte zwischen weiteren Nutzern von Erholungsräumen (15).

Studien zeigen, dass neben dem Konflikt mit der Jagd und dem Naturschutz auch Kontroversen zwischen den Nutzungsweisen der verschiedenen Erholungs- und Sportaktivitäten bestehen. Demnach fühlten sich 27 % der befragten Waldbesucher*innen bei der Walderholung gestört(16).

Bei Trail- und Orientierungsläufen gibt es verschiedene potenzielle Konflikte mit dem Naturschutz: Interessantes Gelände ist zum Beispiel abwechslungsreicher, naturnaher Wald mit geringer Erschließung. Oft sind solche Gelände aber auch naturschützerisch von großem Interesse. Die Nutzung des Waldes für solche Läufe ist daher teilweise umstritten und kann an gewissen Orten zu Konflikten mit dem Wild- und Forstschutz führen, zumal insbesondere OL auch abseits von Wegen stattfindet.

(15) Mann, C. (2006). Konflikte in Erholungsgebieten – Ursachen, Wirkungen und Lösungsansätze. Remagen-Oberwinter: Verlag Dr. Kessel.

(16) Hunziker, M., Freuler, B., Von Lindern, E. (2011). Erholung im Wald: Erwartungen und Zufriedenheit, Verhalten und Konflikte. Zugriff am 04.08.2020 unter: https://www.researchgate.net/publication/267830810

Früher galt das Laufen nicht der Erholung oder dem Spaß, sondern war schlichtweg eine lebenserhaltende Notwendigkeit: Beim Jagen, Sammeln oder auf der Flucht. Mit der Zeit entwickelten sich angesehene Berufe, darunter die Botenläufer*innen, die Informationen und Nachrichten übermittelten, und die Berufsathlet*innen. Auch Laufwettkämpfe fanden schon lange Zeit v. Chr. statt, bspw. in Griechenland (in Olympia, zu Ehren des Gottes Zeus) oder zu Hochzeiten, Gästeempfängen und anderen Feierlichkeiten. Athleten*innen, die in Olympia antraten, hofften auf Ruhm und Reichtum.

Zudem hatte Laufen einen hohen Wert in der Erziehung und Gesundheitsförderung. Bei den Römern in der Antike war Lauftraining Teil der militärisch orientierten Leibeserziehung der männlichen Jugend. Auch in der Ritterkultur war die Schnelligkeit ein Merkmal, welches Läufern zu großem Ansehen verhalf.

Obgleich die Olympischen Spiele um 200 n. Chr. verboten wurden, da sie als ein heidnisches Fest galten, und sich mit dem Verbot auch eine eher körperfeindliche Haltung zeigte, begann im 15. Jahrhundert die Beziehung des Menschen zu seinem Körper wieder aufgewertet zu werden. In Schulordnungen des 16. Jahrhunderts wurden Gymnastik und Laufen wieder mit aufgenommen.

In Folge der Turnbewegung im 18. und 19. Jahrhundert richtete Friedrich Ludwig Jahn 1811 den ersten Turnplatz auf der Berliner Hasenheide ein. Wenige Jahre später, im Jahre 1820, wurde ein öffentliches Turnverbot ausgesprochen, welches dazu führte, dass der Turn- und Laufsport in Hallen verlagert wurde. Dadurch gewann das Geräteturnen an Aufmerksamkeit und verdrängte die klassischen Übungen wie Laufen, Springen und Werfen.

1894 gründete der Franzose Baron Pierre de Coubertin die Olympischen Spiele der Neuzeit, welche heute das höchste Ziel für viele Sportler*innen darstellen. Bis 1968 waren die 800 m die längste offizielle Meisterschaftsstrecke bei den Frauen. Seither ist diese enorm angestiegen, was für die unaufhaltsame Entwicklung und Leistungssteigerung im Laufsport steht.

Auch die Bedeutung des Laufsports im Alltag wächst: Durch die veränderte Qualität der beruflichen Tätigkeit, die weniger körperlichen Einsatz fordert, aber immer höhere psychische Belastungen stellt, suchen die Menschen nach Ausgleich. Der Bewegungsmangel und die bewusste Suche nach körperlicher Betätigung zeigen einen fortschreitenden Trend zum gesundheitsbewussten Lebensstil (17).

(17) Wessinghage, T. (2001). Laufen: der Ratgeber für Ausrüstung, Technik, Training, Ernährung und Laufmedizin. München: BLV Verlagsgesellschaft mbH.

Joggen

Laufen als Freizeit- oder Gesundheitssport hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem Massenphänomen entwickelt. Wesentliche Gründe für die Verbreitung des Joggens sind die einfache Sportausübung, der relativ geringe Materialeinsatz und die nahezu völlige Ungebundenheit an bestimmte Zeiten und Anlagen. Trotz Laufbändern in Fitnessstudios sind die meisten Jogger*innen eher an der Sportausübung im Freien interessiert.

Viele Jogger*innen nehmen mit zunehmendem Trainingsstand aber auch an organisierten Volksläufen teil, deren Strecken in der Regel fünf km, zehn km (die am häufigsten gelaufene Strecke), die Halbmarathon-Distanz oder bis zu 42,195 km bei der Marathon-Strecke betragen. Bei „Ultraläufen“ werden bis 100 km zurückgelegt.

Crosslauf
Im Gegensatz zum Joggen wird beim Crosslauf in freier Natur auf unebenen Wegen oder querfeldein, meist entlang eines abgesteckten Parcours, gelaufen. Die Bewältigung der Natur mit ihren unterschiedlichen Geländestrukturen und die intensivere Naturerfahrung sind die Motivation für das Crosslaufen. Im sportartspezifischen Sprachgebrauch bezieht sich Crosslauf fast ausschließlich auf das Wettkampfformat.

Orientierungslauf
Orientierungslauf (OL) ist eine Laufsportart, bei der mit Hilfe von Karte und Kompass im Gelände markierte Posten (Kontrollpunkte) auf schnellstem Weg durchlaufen werden. Die Läufer*innen selbst müssen dabei die für sie optimalen Routen finden. Im Gegensatz zu den sonstigen Laufdisziplinen wird Orientierungslauf im Deutschen Turner-Bund (DTB) organisiert.

Trailrunning/Traillauf
Trailrunning ist eine noch relativ junge Outdooraktivität, bei der überwiegend Trails, also schmale Trampelpfade, genutzt werden. Die Disziplin ähnelt dem Crosslauf, jedoch sind die Laufdistanzen beim Trailrunning meist größer. Diese Art des Laufens erfordert eine höhere Geschwindigkeit als das Wandern, nutzt aber häufig dieselben Wegesysteme (19). Eine spezielle Form von Trailläufen sind Ultratrails, d. h. Läufe mit Streckenlängen über der klassischen Marathondistanz.

Adventure Runs und Obstacle Races
Bei Hindernisläufen, sog. Adventure Runs oder Obstacle Races, müssen meist künstliche Hindernisse wie Kletter-/Hangelelemente, Kriechpassagen und Wasserelemente überwunden werden. Diese Läufe, die einen hohen Eventcharakter aufweisen, haben ihren Ursprung in der militärischen Ausbildung. Der DLV fordert, auf Hindernisse, die die Teilnehmer*innen bei der Bewältigung gefährden, zu verzichten (20).

(18) Martin, K., Mauritz, M. (2011). Laufen in Schule und Verein – Die Grundlage des Sporttreibens. Schorndorf: Hofmann-Verlag.

(19) Löser, T. (2013). Waldnutzungskonflikte durch Outdooraktivitäten. Eine Analyse am Beispiel der touristischen Destination Sauerland. GEOFOCUS Heft 6. Zugriff am 04.08.2020 unter: https://www.uni-marburg.de/de/fb19/forschung/reihen/geofocus-marburg-pdf/geofocus6.pdf

(20) DLV (2016). Organisationshinweise des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) für Adventure Run und Obstacle Race (OCR). Zugriff am 04.08.2020 unter: https://www.leichtathletik.de/fileadmin/user_upload/08_Laufen/Volks-_und_Strassenlauf/finale_Organisationshinweise_Adventure-Run__OCR__ohne_Unterschrift___Stand_17.11.16.pdf

Eines der grundlegenden Motive, um mit dem Laufen zu beginnen, ist das Ziel, durch die Verbesserung oder Instandhaltung der eigenen Gesundheit einen gesunden Lebensstil aufzubauen oder zu erhalten. Die wenigsten Menschen laufen wettkampforientiert, sondern erfreuen sich an dem Gefühl, nach einem Lauf etwas erreicht zu haben (21).

Laufen kann alleine oder mit anderen Mitmenschen praktiziert werden. So kommt es vor, dass einige Läufer*innen den Sport nutzen, um Zeit mit Freunden*innen bei einer gemeinsamen Aktivität zu verbringen, andere jedoch am liebsten allein laufen. Individuelle Läufer*innen nutzen gerne die Zeit, um sich von der Außenwelt zu distanzieren und vom Computer, Telefon etc. Abstand zu nehmen. Einen gänzlich anderen Motivator stellt für einige auch das „Laufen für den guten Zweck“ dar (21).

(21) Griffith Joyner, F. & Hanc, J. (1999). Running for Dummies. Foster City: IDG Books Worldwide.

Das Laufen hat als Ausdauersportart eine besonders niedrige Einstiegsschwelle, da man weder einen spezifischen Ausübungsort noch spezielle Ausrüstung, abgesehen von Laufschuhen, benötigt. Zusätzlich sind positive Effekte auf den Körper und die Gesundheit relativ schnell spürbar. Laufen eignet sich im Prinzip für jedermann, unabhängig von Trainingszustand, Gewichtsklasse und Alter, wobei die Trainingsintensität individuell angepasst und ggf. vorab ein Arzt konsultiert werden sollte. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) empfiehlt die regelmäßige Durchführung des sog. PAPS-Tests zur Abschätzung der mit dem Laufen verbundenen Gesundheitsrisiken (22). Die Gruppe der ambitionierten und professionellen Läufer*innen hat natürlich andere Motive als die Gesundheitssportler*innen. Hier steht das Wettkampfdenken im Vordergrund (23).

Laufen ist gut für das Herz. Es steigert die Effizienz bei gleichzeitiger Verringerung der Herzfrequenz. Nach dem American College of Sports Medicine sollte eine aerobe Sporteinheit 20 bis 60 min dauern, wobei die richtige Geschwindigkeit jene ist, bei der man sich noch komfortabel unterhalten kann (24).

Die Sportart kann wetterunabhängig auf einem Laufband durchgeführt werden. Für viele Läufer*innen besteht allerdings auch ein Reiz darin, an der frischen Luft bei Wind und Wetter zu laufen. Dies bedeutet auch, dass man sich auf das Wetter entsprechend vorbereiten muss, bspw. mit Sonnencreme, Mütze oder Handschuhen etc. (24).

(22) DLV. (o.J.). PAPS-Test. Zugriff am 04.08.2020 unter: https://www.leichtathletik.de/laufen/paps-test/

(23) Wessinghage, T. (2001). Laufen: der Ratgeber für Ausrüstung, Technik, Training, Ernährung und Laufmedizin. München: BLV Verlagsgesellschaft mbH.

(24) Griffith Joyner, F., Hanc, J. (1999). Running for Dummies. Foster City: IDG Books Worldwide.

Laufen kann aufgrund der hohen Intensität der Ausübung auch als Alltagssport bezeichnet werden. Eine Studie zeigt, dass 25 % der deutschen Bevölkerung im Jahr 2015 aktiv Laufsport betrieben, davon 68 % mindestens einmal pro Woche. Die Ausübungsquote nimmt im Alter erheblich ab (25).

Durch die Sportausübung wurden in Deutschland im Jahre 2015 rund 2,2 Mrd. Euro erwirtschaftet. Hiervon entfallen rund 65 % auf Laufschuhe und -bekleidung (26). Sportler*innen, die wettkampforientiert trainieren, nutzen häufig Laufveranstaltungen, um ihre Leistung zu messen. Eines der größten Events in Deutschland ist der Berlin Marathon. Hier werden die Startplätze aufgrund der hohen Nachfrage teilweise verlost und pro Startplatz eine Gebühr von ca. 108 Euro erhoben. Das Teilnehmerlimit liegt bei 44.000 Personen.

Der DLV mit seinen Landesverbänden und Vereinen hat die Entwicklung der „Volksläufe“ bis hin zu Eventläufen seit Mitte der 60er Jahre gestaltet und bietet den Veranstaltern zahlreiche praktische Organisationshinweise. Die Organisatoren*innen und auch die Teilnehmer*innen profitieren dadurch von verschiedenen Leistungen (27).

(25) Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Bundesinstitut für Sportwissenschaft. (2017). Wirtschaftsfaktor Outdoorsport – aktuelle Daten zur Sportwirtschaft. Berlin: BMWi.

(26) SCC Events. (2018). Fakten & Zahlen – Alle Informationen zu den Events auf einen Blick.

(27) DLV (2018). Organisationsleitfaden für Laufveranstaltungen. Zugriff am 04.08.2020 unter: https://www.leichtathletik.de/fileadmin/user_upload/DLV-Organisationsleitfaden_fuer_Laufveranstaltungen_Stand_Juli_2020.pdf

Die Stadt Mannheim geht mit einem Good Practice Beispiel für den Laufsport voran. Im Jahr 2016 wurden zwei ausgewiesene Laufstrecken durch den Dossenwald angelegt, welche dem Joggen, Walken oder Wandern zugutekommen. Mannheim hat mit rund 50 % einen hohen Anteil an Grünflächen. Die neu ausgewiesenen Wege sollen dem Schutz der Tiere und Pflanzen dienen und die Läufer*innen lenken. Da die seltenen Tier- und Pflanzengesellschaften hier von besonderer Bedeutung sind, wurde das Gebiet als Naturschutzgebiet unter Schutz gestellt.

An drei verschiedenen Wanderparkplätzen kann man die Strecken beginnen bzw. in die Strecken einsteigen. Offiziell ist der Parkplatz Friedrichsfeld der Startpunkt. Von dort werden die Kilometer gezählt und auf Schildern im Abstand von 500 m ausgewiesen. Es geht überwiegend über Erd- und Schotterwege entlang von Dünenflächen und Wildgehegen. Die Zehn-Kilometer-Strecke führt zudem über den höchsten natürlichen Punkt Mannheims und kommt an einem Vogellehrpfad vorbei (28).

(28) Stadt Mannheim. (2018). Laufwege im Dossenwald.Zugriff am 04.08.2020 unter: https://www.mannheim.de/sites/default/files/news/83140/160615_lauftafel_dossenwald.pdf

Im Naturschutzgebiet Lennebergwald bei Mainz wurden drei Laufstrecken mit unterschiedlichen Längen angelegt und beschildert. Es wird darauf hingewiesen, dass das Betreten des Waldes nur auf den Wegen gestattet ist und sich sowohl Spaziergänger*innen als auch Jogger*innen an diese Regel zu halten haben, da dies dem Schutz der Tier- und Pflanzenwelt dient. Zudem hat das zuständige Forstrevier „Dehnbalken“ für Jogger*innen aufgestellt, die dort ihre Muskulatur dehnen können, was die Strecke zusätzlich attraktiv macht. Die Strecken sind sowohl für Jogger*innen als auch für Walker*innen und Nordic-Walker*innen ausgelegt, während Mountainbiker*innen gebeten werden, diese Strecken zu meiden. Auf Strecken mit einer Wegbreite unter zwei Metern ist Radfahren gar verboten (29).

(29) Forstrevier Lenneberg (2018). Laufstrecken im Lennebergwald.Zugriff am 04.08.2020 unter: https://www.yumpu.com/de/document/read/3464168/downloads-der-lennebergwald