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Golf

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wurde der Golfsport zum ersten Mal erwähnt, als das britische Parlament die Ausübung des Golfsports verbot.
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der deutschen Golfer*innen finden die Naturverbundenheit beim Golfen wichtig.
- 92 % den Spaß
- 88 % die gesundheitsfördernde Wirkung
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aktive Golfspieler*innen gibt es derzeit in Deutschland (Stand 2017).
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Löcher besitzt ein Golfplatz normalerweise. Die Grashöhe am Green beträgt im Durchschnitt 4 – 5 mm.
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werden gemäß des Deutschen Golfverbands pro 18-Loch Golfanlage an Einnahmen erwirtschaftet.
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Land werden für den Bau einer Golfanlage mit 18 Löchern durchschnittlich benötigt.

Golfsport ist ein Rasen- bzw. Geländesport auf natürlichem Gelände. Ziel ist es, den Golfball durch aufeinanderfolgende Schläge auf unterschiedlich langen Bahnen vom Abschlag in ein kleines Loch am Boden zu bringen. Dabei müssen golfspezifische Regeln befolgt werden (1). Normalerweise umfasst ein Golfplatz 18-Loch mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Auch 9-Loch ist eine übliche Golfanlagengröße (1,2). Jedes Loch setzt sich aus dem Abschlag, der Spielbahn und dem Green zusammen. Zu jedem Loch gibt es eine vorgegebene Anzahl an Schlägen, mit der es einem geübten Spieler möglich ist, den Ball einzulochen. Diese wird als Par bezeichnet. Die Parzahl ist abhängig von der Länge der Bahn. Meistens sind die Anlagen auf Par-3-Löcher bis Par-5-Löcher ausgelegt. In selteneren Fällen gibt es auch Par-6-Löcher oder höher. Die Parzahl setzt sich aus zwei Schlägen auf dem Green und den restlichen Schlägen zum Erreichen des Greens zusammen.

Insgesamt müssen technische, taktische und mentale Faktoren berücksichtigt werden. Golf ist daher weit mehr als nur eine „Altherrensportart“ und bietet sowohl physische als auch psychische Herausforderungen (3).

(1) Hahn, A. (2004). Golf Grundlagen. Vom ersten Schlag zum Handicap, München: Albrecht Golf Verlag GmbH.

(2) Genske, D. und Minkoff, S. (2002). Golf verständlich gemacht, München: Stiebner Verlag GmbH.

(3) Smith, M. F. (2014). Golf verstehen. Wie es funktioniert und worauf es ankommt, Bielefeld: Delius, Klasing & Co. KG.

Da Golf mit wenigen Ausnahmen ausschließlich auf Golfanlagen gespielt wird, gilt es vor allem die Regeln der jeweiligen Anlage zu beachten. Diese werden unter anderem in der Golfetikette zusammengefasst. So ist es z. B. beim Golfen üblich den Platz zu pflegen und auf dessen Erhaltung zu achten, indem herausgeschlagene Grasstücke oder beschädigte Stellen, sogenannte Divots, sofort wieder instand gesetzt werden. Die Divots werden in das Loch zurückgelegt und mit dem Fuß festgetreten, sodass der Boden schnell heilen kann. Ebenfalls wird der Sand in Sandgruben nach dem Bespielen mit dem Rechen geglättet, sodass keine Fuß- oder Schlagspuren zurückgelassen werden. Auch kleinere Aufschlagmarken im Green müssen mit einer speziellen Pitch-Gabel repariert werden, um Dellen am Green zu vermeiden, da diese den Ball ablenken könnten. Durch diese Verhaltensweisen wird nicht nur ein optimaler Spielablauf gewährleistet, sondern auch der Golfplatz selbst sehr gut gepflegt. Keinen Müll auf dem Golfplatz zu hinterlassen versteht sich daher schon von selbst. Weiterhin beinhaltet die Etikette Vorschriften zu den Themen Spieltempo und Sicherheit und weist darauf hin, dass jegliche Beschädigung des Golfplatzes zu vermeiden ist (4,5,6).

(4) o.A. (2012). PocketGuide Golf. Tipps und Techniken für ein erfolgreiches Spiel, München: Dorling Kindersley Verlag GmbH.

(5) Hahn, A. (2004). Golf Grundlagen.Vom ersten Schlag zum Handicap, München: Albrecht Golf Verlag GmbH.

(6) Steinbreder, J. (2003). Golfregeln und Golfetikette für Dummies. Bonn: mitp-Verlag.

Statistiken des Deutschen Golf Verbandes (DGV) zur Folge gibt es in Deutschland rund 1,8 Mio. aktive Golfer*innen und 643.158 DGV-registrierte Mitglieder (Stand 2018). Der DGV ist der Dachverband für Golfclubs und Golfanlagen in Deutschland und vertritt 859 Mitgliederclubs und –anlagen. Ebenfalls ist der DGV Mitglied im DOSB und stellt den einzigen vom DOSB anerkannten Spitzenverband für Golfsport in Deutschland dar. In Bezug auf die verschiedenen Landesgolfverbände stellt Bayern den größten Verband mit 138.837 Amateur-Golfspielern*innen und 173 Anlagen dar (7, 8).

Der DGV regelt und fördert den Breiten- und Leistungssport. Er setzt Spiel- und Wettspielbestimmungen, sowie die Golfregeln fest und überwacht diese. Als besondere Aufgabe sieht der DGV die Förderung des Leistungssports und seiner Ausrichtung auf die Olympischen Spiele. Zusätzlich kümmert sich der DGV stark um die umweltverträgliche Gestaltung und Ausübung des Golfsports. Unter anderem wurde geimeinsam mit dem Bundesamt für Naturschutz das Projekt "Golf&Natur" ins Leben gerufen. Das Projekt zertifiziert Golfplätze und bietet auch eine Anleitung zur umweltgerechten und wirtschaftlichen Zukunft der Golfanlagen sowie für die Verbesserung der Spielbedingungen (9).

Insgesamt konnte in den letzten 67 Jahren ein stetiger Mitgliederzuwachs registriert werden (8). Betrachtet man die Altersverteilung der Golfspieler im DGV sind 39,3 % über 60 Jahre alt, weshalb sich der DGV besonders bemüht, zunehmend junge Menschen anzusprechen. Ebenfalls ist erkennbar, dass die Golfverbreitung im Westen Deutschlands bei 1 % liegt, wohingegen diese im Osten lediglich 0,26 % beträgt. Dies erklärt, warum besonders im Osten von Deutschland das größte Potential für die zukünftige Weiterentwicklung des Golfsports liegt (10). Hinsichtlich der Mitgliederanzahl und der Anzahl der Golfanlagen belegt Deutschland im Europäischen Vergleich hinter England den zweiten Platz.

Eine besondere Rolle in der Organisation der Sportart nimmt die Vereinigung Clubfreier Golfspieler (VcG) ein, welche als einzige Interessensvertretung clubfreier Golfspieler vom DGV anerkannt wird. Die VcG zählt derzeit rund 22.000 Mitglieder und bietet insgesamt ein kostengünstiges und flexibles Mitgliedschaftsmodell an, wobei Mitglieder für einen geringen Jahresbeitrag von 195 € weltweit gegen eine Greenfee Golf spielen können. Ziel der VcG ist vor allem, mehr Menschen für den Golfsport zu begeistern und Golf für alle zugänglich zu machen (11).

(7) Deutscher Golf Verband e.V. (o.J). Der Verband im Kurzportrait. Zugriff am 03.08.2020 unter: https://serviceportal.dgv-intranet.de/verband/selbstverstaendnis/dgv.cfm

(8) Deutscher Golf Verband e.V. (2019). DGV Statistiken 2018. Zugriff am 03.08.2020 unter: https://serviceportal.dgv-intranet.de/files/pdf1/01_dgv-statistiken-2018.pdf

(9) Deutscher Golf Verband e.V. (2017). Flora, Fauna, Fairways. Zugriff am 03.08.2020 unter: http://www.golf.de/publish/dgv-services/umwelt/biodiversitaet/60112290/flora-fauna-fairways

(10) Deutscher Golf Verband e.V. (2016). Golfmarktbericht 2016. Zugriff am 03.08.2020 unter: http://www.golf.de/publish/binarydata/Golfmarktbericht_2016_final.pdf

(11) Vereinigung Clubfreier Golfspieler e.V. (o.J). Die VCG – Golfverein und Förderer. Zugriff am 03.08.2020 unter: https://www.vcg.de/vcg/die-vcg/

Da der Golfsport anlagengebunden ist, wird er nicht in der freien Natur ausgeübt. Auf den Anlagen gelten die Regelungen der jeweiligen Golfanlage, die vor Ort eingesehen werden müssen. Zudem müssen die Spieler*innen sich an die vom DGV bestätigten offiziellen Golfregeln halten. Wichtig ist bei privaten Anlagen das Erlangen einer Platzreife. Diese ist in der Regel Voraussetzung um auf einem Platz spielen zu dürfen (12, 13).

(12) Golf.de. (o.J.). Regeln – Alle Regeln. Zugriff am 03.08.2020 unter: http://www.golf.de/dgv/rules4you/regeln/index.cfm

(13) Genske, D., Minkoff, S. (2002). Golf verständlich gemacht, München: Stiebner Verlag GmbH.

Golf wird auf Golfplätzen gespielt, die anders als Fußball- oder Tennisplätze, in ihrer Gestaltung einen eigenen Charakter aufweisen. Generell können Golfplätze in den unterschiedlichsten Regionen gebaut werden, wobei einige Faktoren, wie beispielsweise die Größe und Form der Fläche, Topographie, Boden, Vegetation, Grundstückspreis, Wasserversorgung und Klima beim Bau berücksichtigt werden müssen (14,15). Ein 18-Loch Golfplatz benötigt zwischen 120 und 150 ha Landfläche. Je nach Geländebeschaffenheit kann die benötigte Fläche jedoch stark variieren. Der ideale Golfplatz sollte flache und hügelige Lanschaften kombinieren und Abschläge, Greens und Fairways in das natürliche Landschaftsbild integrieren. Nach der Hangneigung bestimmt vor allem die Vegetation den Charakter eines Golfplatzes. Natürliche Hindernisse, wie Bachläufe, Teiche, Schluchten und hügeliges Gelände, beeinflussen nicht nur die Spielschwierigkeit sondern auch die ästhetische Wahrnehmunng des Platzes durch die Spieler*innen. Neben der Vegetation und der Topographie sind das Klima und die Wasserversorgung von besondererer Relevanz. In Deutschland werden für die Bewässerung der Abschläge und Greens einer 18-Loch-Anlage jährlich circa 12.700 m3 Wasser benötigt (16). Wenn die klimatischen Bedingungen nicht optimal sind, haben Golfplätze häufig längere Schließzeiten und höhere Instandhaltungskosten, z.B. in den Winter- oder Sommermonaten (15).

Allgemein betrachtet besteht ein Golfplatz aus dem Abschlag, dem Fairway, den Hindernissen, dem Rough und dem Green. Der Abschlag bildet meist eine erhöhte, ebene und rechtwinklig angelegte Fläche mit einem kurz geschnittenen Rasen, wobei zwei Markierungen die Seiten und die vordere Linie begrenzen. Der Abschlag bildet den Startplatz eines jeden Golfspiels. Das Fairway bezeichnet die reguläre Spielbahn beim Golf, auf der der Rasen ebenfalls kurz geschnitten ist. Gewöhnlich ist eine Mindestbreite von 30 m vorgesehen, jedoch kann die Spielbahn ansonsten frei gestaltet werden. Je nach Länge der Spielbahn wird diese in Par 3, 4 oder 5 eingeteilt. Diese Längen sind gemäß offiziellen Normen festgelegt. Das Rough dagegen beinhaltet das ungeschnittene hohe Gras sowie Sträucher, welche das Fairway umgeben. Hindernisse können sowohl künstlich geschaffen sein, wie Bunker oder Sandbereiche, oder auch natürlichen Ursprungs, wie Bäche, Teiche oder Seen. Spezielle Bereiche wie bspw. die Grenze des Spielfelds oder Wasserhindernisse werden mit bunten Pfosten markiert. Das Green ist eine sehr kurz geschnittene und speziell gepflegte Rasenfläche, auf der der Golfball nur noch ins Loch gerollt (bzw. geputtet) wird. Das Green wird in der Hauptwachstumszeit nach Möglichkeit jeden Tag geschnitten und die Grashöhe beträgt in der Regel zwischen 4 und 5 mm (17).

(14) Mill, R. C. (2008). Resorts: Management and Operation. Hoboken: John Wiley & Son.

(15) Hudson, S., Hudson, L. (2014). Golf Tourism. Oxford: Goodfellow Publishers Limited, 2.Auflage.

(16) Schrecklinger, G. (2003). Alternative Wasserressourcen für die Golfplatzbewässerung. Stuttgart: Eugen Ulmer GmbH & Co.

(17) Hahn, A. (2004). Golf Grundlagen. Vom ersten Schlag zum Handicap. München: Albrecht Golf Verlag GmbH.

Die Anlage oder Erweiterung einer Golfanlage sowie der laufende Spielbetrieb haben verschiedene Auswirkungen auf Natur und Landschaft. Der Bau einer Golfanlage kann wertvolle Lebensräume mit ihren Tier- und Pflanzenarten oder eine regionstypische Landschaftsstruktur verändern oder gar zerstören. Der Grad der Beeinträchtigung ist jedoch von vielen Faktoren abhängig, z.B. der Empfindlichkeit des Standortes, der Größe sowie der Ausgestaltung und Pflege der Golfanlage. Beeinträchtigungen entstehen durch die Infrastruktur (Gebäude, Parkplätze, Wege, Straßen, Sportfunktionsflächen) und durch den Betrieb (Pflege- und Wartungsmaßnahmen) des Platzes. Gerade in Ländern mit extremen klimatischen Bedingungen kann die Topographie und Hydrologie durch den Bau und die Bewirtschaftung von Golfanlagen stark beeinflusst werden (18). Es gibt jedoch verschiedene Gestaltungstypen von Golfanlagen, die unterschiedliche Auswirkungen auf den Naturraum haben. Der landschaftliche Golfplatz versucht die Spielfläche in die vorhandene Landschaft zu integrieren. Eine zweite Variante ist der Park-Golfplatz mit großen Rasenflächen und einzelnen Bäumen. Die Wartungskosten dieser Parkanlage sind häufig sehr hoch. Schließlich gibt es auch den Design-Golfplatz. Hier findet man künstliche Landschaftselemente wie Felsformationen, Wasserfälle und künstliche Seen. Die Beurteilung der ökologischen Auswirkungen kann ganz unterschiedlich ausfallen.

Bei entsprechendem Management können Golfplätze jedoch genutzt werden, um Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten zu schaffen. In Zusammenarbeit mit dem baden-württembergischen Umweltministerium betreut der DGV das Projekt „Golf fördert Biodiversität“. Durch den Verzicht auf Pflanzenschutzmittel, das Anlegen insektenfreundlicher Blühstreifen und ein geeignetes Mahdregime sowie die Anpflanzung gebietsheimischer Gehölze oder das Anlegen von Biotopen und artgerechten Landschaftsstrukturen sollen Golfplätze in Zukunft die biologische Vielfalt erweitern, anstatt sie zu gefährden (19).

Der eigentliche Naturschutzwert von Golfanlagen findet sich in den Flächen außerhalb des Spiels. Missglückt ein Schlag, so dass der Ball vom Spielfeld abkommt und im tiefen Rough oder auch in einem Biotop landet, darf der Ball auch verloren gehen, sozusagen als Strafe für einen misslungenen Schlag. Insgesamt können Roughs und vor allem Hardroughs die Funktion von Biotopen und Biotopentwicklungsflächen einnehmen. Dazu muss aber ein entsprechendes Biotopmanagement auf diesen Flächen erfolgen. Gute Hinweise zum Potenzial und zur Pflege gibt das Handbuch „Biotopmanagement auf Golfanlagen“, das der DGV gemeinsam mit dem Bundesamt für Naturschutz herausgegeben hat.

Neben der Beeinflussung von Flora und Fauna steht häufig auch der Wasserverbrauch von Golfplätzen in der Kritik. Gemäß Untersuchungen des Deutschen Golfverbands und des Instituts für Grünlandlehre der Universität Hohenheim liegt der durchschnittliche Wasserjahresverbrauch auf einer Fläche von 18 Löchern bei etwa 12.700 m3 Wasser zur Bewässerung der Spielelemente Grün und Abschlag. In ein olympisches 50 m Becken mit acht Bahnen passen circa 3.750 m3, ein Golfplatz benötigt also fast 3,5 volle Schwimmbäder Wasser, um bewässert zu werden. Jedoch haben z.B. Ermittlungen des Hessischen Umweltministeriums ergeben, dass vereinzelte Golfplätze, welche auch die Fairways intensiv beregnen lassen, einen Jahresdurchschnittsverbrauch von 70.000 m3 Wasser vorweisen. Je nachdem, woher dieses Wasser bezogen wird, kann dieser hohe Wasserverbrauch zu Konflikten führen. Wird bspw. Regenwasser zur Bewässerung genutzt ist die Bewässerung meist unproblematisch. Bei der Verwendung von Grundwasser oder Fließgewässern wird jedoch ein Eingriff in die natürlichen Ressourcen vorgenommen, der zu langfristigen Schäden führen kann. Besonders in Regionen, in denen es Trinkwassermangel oder längere Trockenzeiten gibt, ist die Bewässerung von Golfanlagen daher stark umstritten (20).

Bei richtigem Management haben Golfplätze jedoch durchaus das Potential zum Erhalt der lokalen Tier- und Pflanzenwelt beizutragen, Golfspieler*innen auf ihre natürliche Umwelt aufmerksam zu machen und anzuregen, sich mit dieser auseinanderzusetzen (21, 22).

(18) Wheeler, K., Nauright, J. (2006). A global perspective on the environmental impact of golf. Sport in society, 9(3), 427-443.

(19) Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. (2019). Deutscher Golf Verband und baden-württembergischer Golfverband engagieren sich für Biodiversität. Zugriff am 03.08.2020 unter: https://um.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/deutscher-golf-verband-und-baden-wuerttembergischer-golfverband-engagieren-sich-fuer-biodiversitaet/

(20) Schrecklinger, G. (2003). Alternative Wasserressourcen für die Golfplatzbewässerung, Stuttgart: Eugen Ulmer GmbH & Co.

(21) Green, B., Marshall, I. (1987). An assesment of the role of golf courses in Kent, England, in protecting wildlife and landscape. Landscape and Urban Planning 14, 143-154.

(22) Terman, M. (1997). Natural links: naturalistic golf courses as wildllife habitat. Landscape and Urban Planning 38 (3-4), 183-197.

Konflikte entstehen vor allem unter den Spielern*innen auf dem Golfplatz und zwischen dem Golfplatzbetreibern*innen und Natur- und Umweltschützern*innen, sowie der Landwirtschaft. Aber auch mit den Bewohnern*innen angrenzender Gebiete kann es zu Konflikten kommen.

Golfer
Konflikte können auf dem Golfplatz besonders zwischen den einzelnen Spielern*innen entstehen. Meist wird das Warten hinter anderen Golfspielern*innen als besonders lästig empfunden, da man so aus dem Schwungrhythmus kommt, die Konzentration verliert und sich kein flüssiger Spielrhythmus entwickeln kann. Die Golf-Etikette besagt daher, dass eine Gruppe Golfspieler die langsamer spielt als eine andere, diese „durchspielen“ lassen soll. (Die schnellere Gruppe wird vorgelassen.) So wird die langsamere Spielgruppe nicht gehetzt und die schnellere Spielgruppe kann in ihrem gewohnten Rhythmus weiterspielen. Doch trotz dieser Etikette ergeben sich gerade bei stärker frequentierten Anlagen immer wieder Wartezeiten die zu Konflikten führen können (23).

Landwirtschaft und andere Interessensgruppen
Für eine Golfanlage mit 18 Löchern wird eine Fläche von ca. 50 bis 60 ha Land benötigt. In Ländern bzw. Regionen, in denen die Landnutzung bereits kritisch diskutiert wird, kann dies zu Konflikten führen. Flächen, auf denen eine Golfanlage gebaut wird, können in der Regel nicht mehr von anderen Interessensgruppen genutzt werden und sind nur noch für vergleichsweise wenige Menschen zugänglich. So dürfen nur Clubmitglieder bzw. Tagesgäste die Golfanlage betreten. Die Gesellschaft verliert dadurch potentielle oder sogar zuvor bereits genutzte Flächen für die Landwirtschaft, als Erholungsgebiet oder als Wohnfläche (24).

Natur- und Umweltschützer
Umwelt- und Naturschützer*innen kritisieren häufig die Zerstörung der natürlichen Vegetation, die Abholzung von Wäldern, die Zerstörung von Naturlandschaften und Lebensräumen und die Veränderungen in der lokalen Topographie und Hydrologie, die mit dem Bau von Golfplätzen einhergehen können. Der Bau von Golfanlagen kann auch negative Einflüsse auf die Tierwelt mit sich bringen und den Bestand heimischer Arten reduzieren. Weiterhin kann es durch den Bau zu Lebensraumverlusten und zu einer Störung der natürlichen Wassergemeinschaften kommen (24, 25). Es gibt jedoch bereits Studien und nachhaltige Konzepte, die deutlich zeigen, dass Golfplätze bei bedachtem und umweltfokussiertem Mangagement einen guten Lebensraum für Tiere und Pflanzen bieten können (26, 27, 28).

(23) Golf.de. (o.J.). Etikette. Zugriff am 03.08.2020 unter: http://www.golf.de/dgv/rules4you/etikette/index.cfm

(24) Marwick, M. C. (1999). Golf tourim development, stakeholders, differing discourses and alternative agendas: the case of Malta, erschienen in: Tourism Management, (21), S.515-524.

(25) Wheeler, K., Nauright, J. (2006). A Global Perspective on the Environmental Impact of Golf, Sport in Society, 9:3, 427-443.

(26) Colding, J., Lundberg, J., Lundberg, S., Andersson, E. (2009). Golf courses and wetland fauna. Ecological Applications, 19(6), 1481-1491.

(27) Terman, M (1997). Natural links: naturalistic golf courses as wildllife habitat. Landscape and Urban Planning 38 (3-4), 183-197.

(28) Green, B., Marshall, I. (1987). An assesment of the role of golf courses in Kent, England, in protecting wildlife and landscape. Landscape and Urban Planning 14, 143-154.

Wo der Golfsport seinen Ursprung fand ist bis heute umstritten. Häufig wird sich der Legende bedient, nach der schottische Schäfer aus Langeweile mit einem Hirtenstab kleine runde Steine in Mauselöcher schlugen. Entsprechend wäre das Ursprungsland des Golfsports Schottland. Im Jahr 1457 wurde der Golfsport zum ersten Mal offiziell erwähnt, als das schottische Parlament unter König James II Golf mit der Begründung verbot, es würde „zu viele wehrfähige Männer von der Übung mit der Waffe abhalten“ (29). Bis dahin war Golf besonders bei den schottischen Adligen und, seit der Einführung nach England 1608, auch bei den englischen Adligen sehr beliebt geworden. Im Jahr 1754 wurde der berühmte Golfclub The Royal and Ancient Golf Club of St .Andrews gegründet, welcher im Jahr 1897 die ersten Regeln für das Golfspielen aufstellte (30). Bereits damals wurde die Anzahl der Löcher auf einem Golfplatz auf 18 festgelegt. Bis heute gilt dieser Club als höchste Instanz in allen Regelfragen innerhalb Europas (29).

Wegweisend in der Entwicklung des Golfsports war außerdem die Verbesserung der Ausrüstung um 1850. Bis dahin spielte man mit Golfschlägern, die in Handarbeit aus Holz hergestellt wurden, und mit Bällen, die aus Leder mit Federn gestopft waren. Diese Ausrüstung war überaus teuer und wurde zudem leicht und oft beschädigt, sodass die Ausrüstung oftmals schnell neugekauft werden musste. Um 1850 wurden dann die sogenannten Guttys erfunden - Golfbälle aus kautschukähnlichem Gutta-Percha Material. Ebenfalls wurden zunehmend Schläger aus Metall hergestellt, die in der Herstellung günstiger waren und den Weg hin zum Massenmarkt bereiteten (31).

Mit der Ausdehnung des britischen Königreiches im 19. Jahrhundert verbreitete sich auch der Golfsport weltweit. Besonders in den USA boomte der Golfsport in den 20er- und 70er-Jahren, da die Regierung aktiv den Bau von Golfanlagen förderte und Massenpartizipation durch die Etablierung von Privatclubs möglich machte (30). Im Laufe des 20. Jahrhunderts erkannten immer mehr Länder das Potential, durch den Bau von Golfanlagen und Golfangeboten ganzjährlich Besucher*innen anzuziehen. In Deutschland gab es zwar keinen Golfboom wie in den USA, das Interesse am Golfsport stieg jedoch an, sodass im Jahr 1895 der erste Golfclub in Berlin gegründet wurde. Bereits 12 Jahre später schlossen sich acht Golfclubs in Deutschland zusammen, um den Deutschen Golfverband zu gründen (29). Mittlerweile gilt Golf nicht mehr ausschließlich als Sport für wenige privilegierte Menschen.

(29) Hahn, A. (2004). Golf Grundlagen. Vom ersten Schlag zum Handicap. München: Albrecht Golf Verlag GmbH.

(30) Hudson, S., Hudson, L. (2014). Golf Tourism. Oxford: Goodfellow Publishers Limited, 2. Auflage.

(31) Genske, D., Minkoff, S. (2002). Golf verständlich gemacht. München: Stiebner Verlag GmbH.

Insgesamt gibt es eine große Zahl an Spielbestimmungen innerhalb des Golfsports, welche im offiziellen Buch „Offizielle Golfregeln“ zusammengefasst sind (32, 33). Im Folgenden werden die zwei Hauptspielformen des Golfsports sowie das Crossgolf vorgestellt.

Zählspiel
Die meisten Profi- und Amateurturniere werden in diesem Format gespielt. Dabei wird die Anzahl der Schläge für jedes Loch aufgeschrieben und am Ende des Golfspiels addiert. Dabei gewinnt der/die Spieler*in mit dem niedrigsten Score. Dieses Ergebnis wird auch Brutto-Ergebnis genannt. Bei Amateurturnieren wird zudem das Handicap aller Spieler*innen vom Brutto-Ergebnis abgezogen und das dadurch entstehende Netto-Ergebnis entscheidet, wer gewinnt. Varianten der Zählspiele sind unter anderem das Einzel nach Stableford, Flaggenspielwettspiel-Einzel, Blindfadenwettspiel, Blind hole, Dreier, Dreiball mit Punktwertung, Vierer, Vierer mit Auswahltreibschlag, Chapman-Vierer, Vierball, Vierer Aggregat Zählspiel und Vierer Aggregat Stableford (33, 34).

Lochspiel
Beim Lochspiel wird eins gegen eins gespielt, wobei jedes Loch zählt. Man kann an einem Loch entweder verlieren, gewinnen oder halbieren (Gleichstand). Gewinnt ein/e Spieler*in am ersten Loch ist diese/r „eins auf“ beim zweiten Gewinn „zwei auf“ usw. Das Spiel gewinnt derjenige, der mehr Löcher „auf“ ist. Steht es nach 18 Löchern unentschieden entscheidet das nächste gewonnene Loch beim sogenannten Play-Off. (o.A 2012) Varianten der Lochspiele sind der Sunningdale-Zweier, Zweier mit Lochvorgabe, Dreier und Vierer (33).

Crossgolf
Crossgolf ist der ursprünglichen Golfidee am nächsten. Beim Crossgolf spielen zwei Spieler*innen in urbaner Umgebung, wie z.B. auf einer industriellen Brachfläche, gegeneinander. Ziel ist es, den Ball als Erster einzulochen. Es wird auf die förmliche Etikette verzichtet, jedoch sollte beachtet werden, welche Gesetze und Regelungen mit der Benutzung der Fläche einhergehen und dass kein Eigentum Dritter beschädigt wird (35).

(32) Deutscher Golf Verband e.V. (2018). Offizielle Golfregeln. Bonn: Bonner Medienhaus Köllen Druck + Verlag.

(33) Genske, D., Minkoff, S. (2002). Golf verständlich gemacht. München: Stiebner Verlag GmbH.

(34) o.A. (2012). PocketGuide Golf. Tipps und Techniken für ein erfolgreiches Spiel. München: Dorling Kindersley Verlag GmbH.

(35) Bauer, K. (2010). Jugendkulturelle Szenen als Trendphänomene. Münster: Waxmann Verlag.

Die Meinungen bezüglich des Golfsports gehen laut der Imagestudie im Jahr 2013 des DGV weit auseinander. So haben 54 % der Nicht-Golfer*innen eher ein negatives Bild vom Golfen und verbinden dies oft mit negativen Assoziationen wie „teuer“ „für Reiche“, „Elitär,“ „Snobs“ „Spießer“. Sobald Personen Golf jedoch mindestens einmal ausprobiert haben, wird das Image zunehmend positiv geprägt und nur noch 36 % bewerten Golf negativ. Aktive Golfer*innen schätzen gemäß der Befragung mit 93 % Nennungen die Naturverbundenheit, 92 % den Spaß und 88 % die Gesundheitsfördernde Wirkung des Golfsports. Des Weiteren schätzen 85 % vor allem die Spannung beim Golf spielen und 82 % den sportlichen Aspekt (36).

Einer österreichischen Befragung zur Folge ist die gesundheitliche Perspektive für die Golfer*innen am relevantesten. Körperliche Fitness und Gesundheit sind ein große Motivator. Neben dem Fitness-wird auch häufig das Sozialmotiv genannt. Hierbei geht es darum, „Zeit mit anderen zu verbringen“, „Kameradschaft zu erleben“ und „neue Leute kennenzulernen“ (37).

(36) Deutscher Golf Verband e.V. (2014). Golf-Imagestudie. Kommentierte Kurzfassung. Zugriff am 03.08.2020 unter: http://www.golf.de/publish/binarydata/dgv/Golf-Imagestudie_2013_Kurzf.pdf

(37) Ebner, M. (2013). Langzeitvergleich der sportlichen Identität und Motivation im Golf. Wien: Universität Wien.

Um mit dem Golfsport anfangen zu können sind prinzipiell keine besonderen psychischen und physischen Voraussetzungen erforderlich. Jedoch sind für das erfolgreiche Golfen besonders die Leib-, Hüft- und Schultermuskulatur bedeutend (38). Durch eine gute Beweglichkeit von Hüfte, Rumpf und Schultern wird die Schlägerkopfgeschwindigkeit erhöht, was sich positiv auf den Abschlag auswirkt (39). Empfohlen werden daher besonders Übungen für Flexibilität, Balance und Kraft, die idealerweise dreimal mal pro Woche durchgeführt werden. Da man sich meist mehrere Stunden auf dem Golfplatz befindet ist zudem eine generell gute Kraft-Ausdauer von Vorteil (40).

Golfen ist mit zunehmendem Alter nicht nur möglich, sondern auch wünschenswert. So haben Studien gezeigt, dass sich regelmäßiges Golfspielen positiv auf die Flexibilität, Kraft, Ausdauer, muskuläre Schnelligkeit, Balance und auch auf kognitive Funktionen des Gehirns auswirkt (40). Golf kann im fortgeschrittenen Alter zur Erhaltung der Gesundheit beitragen. Bei einer Runde Golf werden rund 1.800 Kalorien verbraucht (41). Es wurde aber auch festgestellt, dass das explosionsartige Drehen, Ziehen, Stoßen und Strecken während des Schwungs enorme Druckbelastungen auf die Wirbelsäule bedeutet (46). Ein Warm-Up und das rückenschonende Golfspielen beugen potenziellen Rückenproblemen vor (41, 44, 45).

Neben den physischen Faktoren beschäftigen sich fortgeschrittene Golfer*innen ebenfalls mit mentalen, technischen und taktischen Aspekten. Da das Putten ca. 45 % der Schläge ausmacht, sind an dieser Stelle Faktoren wie z.B. Blickführung, Atemtechnik, Präzision und Treffgenauigkeit, Stabilität und Balance, innere Ruhe sowie Fähigkeiten, die Gelenkbewegungen genau zu kontrollieren, besonders zu beachten. Schwache Nerven oder eine hohe Anspannung wirken sich meist negativ auf das Putten aus, weshalb eine mentale Stärke beim Golfen sehr wichtig ist (40, 41).

Neben den psychischen und physischen Voraussetzungen gibt es unterschiedliche Regelungen, die das Betreten bzw. Bespielen von Golfplätzen regeln.

In Privaten Golfclubs ist das Golfspielen häufig nur im Rahmen einer Mitgliedschaft möglich. Meist können auch Gatsspieler*innen gegen Bezahlung tageweise spielen, jedoch muss in der Regel eine Platzerlaubnis bzw. Platzreife nachgewiesen werden, die bescheinigt, dass Technik, Regeln und Spieletikette des Golfspiels beherrscht werden. Die Platzerlaubnis ist nicht einheitlich und ist je nach Golfclub unterschiedlich geregelt. Die Platzreife dagegen ist vom DGV einheitlich festgelegt und wird auf allen DGV angehörigen Golfplätzen anerkannt (42).  Sie setzt sich unter anderem aus einem theoretischen Teil, einer Platzbegehung und einem Spiel auf den Platz zusammen. Empfehlenswert ist der Besuch eines Anfängerkurses bzw. vorheriges Üben auf der sogenannten Driving Range (42).

Neben den privaten Golfplätzen von Clubanlagen gibt es in Deutschland 395 öffentliche Golfplätze, die auch ohne Mitgliedschaft, jedoch meist gegen eine Platzgebühr, der Greenfee, bespielt werden dürfen. 203 davon sind aber auch ohne Platzreife bespielbar (43).

(38) Sell, T. C., Abt, P, Lephart, S. M. (2008). Physical activity-related benefits of walking during golf, erschienen in: Crews, D und Lutz, R. (Hrsg.). Science and Golf V, Proceedings oft he World Scientific Congress of Golf, Mesa: Energy in Motion, S.128-132.

(39) Thomson, C., Cobb, K. M., Blackwell, J. (2007). Functional training improves club head speed and functional fitness in older golfers, erschienen in: Journal of Strength and Conditioning Reseacrh, 21, S.131-137.

(40) Smith, M. F. (2014). Golf verstehen. Wie es funktioniert und worauf es ankommt, Bielefeld: Delius, Klasing & Co. KG.

(41) Adamowicz, F. (2010). Golf. Das Erfolgskonzept. Technik, Taktik und Platzmanagement, Stuttgart: Franckh-Kosmos Verlags- GmbH & Co. KG.

(42) Deutsche Golf Online GmbH. (o.J.). DGV-Platzreife. Zugriff am 03.08.2020 unter: https://www.golf.de/publish/golfeinstieg/platzreife

(43) Golfsportmagazin.de (2015). Golf auf öffentlichen Golfplätzen. Zugriff am 03.08.2020 unter: http://www.golfsportmagazin.de/golfen/golf-auf-offentlichen-platzen/

(44) Versteegh, T. H., Vandervoort, A. A., Lindsay, D. M., Lynn, S. K. (2009). Fitness, performance and injury prevention strategies for the senior golfer, erschienen in: International Journal of Sports Science and Coacing, 3(1), S. 199-214.

(45) Lindsay, D. M., Horton, J. F., Vandervoort, A. (2000). A review of injury characteritcics, aging factors and prevention programmes for the older golfer, erschienen in: Sports Medicine, 30 (20), S. 89-103.

(46) Gluck, G. S., Bendo, J. A., Spivak, J. M. (2008). The lumbar spine and low back pain in golf: A literature review of swing biomechanics and injury prevention, erschienen in: The Spine Journal, 8, S. 778-788.

Ein 2013 erschienener Bericht der Sports Marketing Surveys Inc. zum wirtschaftlichen Wert des Golfsports in Europa zeigte, dass durch den Golfsport rund 180.000 Vollzeitjobs generiert und mehr als 4,4 Mrd. € an Gehältern ausgeschüttet werden. Weiterhin werden in Europa knapp 13,5 Mrd. € direkte Einnahmen aus dem Golfsport erzielt. Über die Hälfte davon werden durch die Golfanlagen generiert (8,43 Mrd. €), gefolgt von Golf Ausrüstung (2,96 Mrd. €) und Kapitalinvestment (1,71 Mrd. €) (47). Auf den Golfanlagen wird ein Großteil der Umsätze durch die Green Fees und die Mitgliederbeiträge erwirtschaftet. Gemäß der Studie des Deutschen Golfverbands (DGV 2016) betrug die Green Fee im Jahr 2015 an Werktagen durchschnittlich 52,29 € und am Wochenende 64,91 €. Die Mitgliedschaftspreise für Erwachsene sind insgesamt in den letzten Jahren gesunken und betrugen im Jahr 2015 ca. 1.164 €. Durchschnittlich werden gemäß des DGV pro 18-Loch Golfanlage 1.010.047 € Einnahmen erwirtschaftet (48).

Die Errichtung eines Golfplatzes im EMA Raum kostet durchschnittlich 328.000 € pro Loch (in Zentraleuropa 214,000 €). Dadurch ergeben sich Gesamtkosten von 3,8 Mio. bis zu 7,2 Mio. € in Europa, welche entsprechend des Orts und der Qualität der Golfanlage variieren. Insgesamt hat die Anzahl von Golfplätzen in Europa, dem Nahen Osten und Afrika im Zeitraum von 2008 bis 2013 um 1% jährlich zugenommen, sodass im Jahr 2013 in der EMEA Region 7.300 Golfplätze betrieben wurden (49).

(47) Professional Golfer Association. (2013). The Economic Impact of Golf on the Economy of Europe. Zugriff am 03.08.2020 unter: https://www.cmaeurope.org/upload/public/documents/newsletter/SMS%20INC%20%20Economic%20Impact%20of%20Golf%20on%20the%20Economy%20of%20Europe%202012_final.pdf

(48) Deutscher Golfverband e.V. (2016). Golfmarktbericht 2016. Zugriff am 03.08.2020 unter: http://www.golf.de/publish/binarydata/Golfmarktbericht_2016_final.pdf

(49) KPMG. (2014). From North Cape to Cape Town, Golf Course Development Cost Survey 2014 in Europe, Middle East and Africa. Zugriff am 03.08.2020 unter: https://www.eigca.org/uploads/documents/originals/KPMG%20Cost%20Survey.pdf

(48) Deutscher Golfverband e.V. (2016). Golfmarktbericht 2016. Zugriff am 03.08.2020 unter: http://www.golf.de/publish/binarydata/Golfmarktbericht_2016_final.pdf

(49) KPMG. (2014). From North Cape to Cape Town, Golf Course Development Cost Survey 2014 in Europe, Middle East and Africa. Zugriff am 03.08.2020 unter: https://www.eigca.org/uploads/documents/originals/KPMG%20Cost%20Survey.pdf

Mit dem Qualitätsmanagement Golf&Natur stellt der Deutsche Golfverband in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN), dem Greenkeeper Verband Deutschland (GVD) und dem Golf Management Verband Deutschland (GMVD) seit 2005 eine Anleitung für die umweltgerechte Gestaltung des Golfsports. Hierbei werden unter anderem die Themenschwerpunkte Natur und Landschaft, Pflege und Spielbetrieb, Arbeitssicherheit und Umweltmanagement, sowie Öffentlichkeitsarbeit und Infrastruktur behandelt. Ziel ist es, optimale Bedingungen für den Golfsport unter größtmöglichem Schutz der Natur zu erzeugen. Teilnehmende Clubs werden anhand eines Leitfadens zunächst eingestuft. Anschließend wird ein individueller Entwicklungsplan erstellt. Bei Erfüllung von mindestens 15 der 25 Basisanforderungen innerhalb von 2 Jahren, kann das Zertifikat Golf&Natur Bronze ausgestellt werden.

Naturverträglicher Golfsport bedeutet bspw., dass die Biodiversität der Golfanlage durch Artenauswahl und Anordnung der Landschaftselemente sowie Biotopgestaltungsmaßnahmen erhöht wird. Durch gezieltes Wassermanagement kann der enorme Wasserverbrauch, der bis zu 10l Wasser/qm pro Tag auf den Greens betragen kann, bedeutend gesenkt werden. Ein guter Spiel- und Pflegebetrieb berücksichtigt die Auswirkungen auf die Pflanzen- und Tierwelt (z.B. auf Brutvögel). Geschieht dies nicht, sind negative Auswirkungen für die heimische Flora und Fauna und deren Lebensräume die Folge (50, 51, 52).

(50) Deutsche Golf Online GmbH. (2018). Qualitätsmanagement Golf&Natur, Zugriff am 03.08.2020 unter: http://www.golf.de/publish/dgv-services/umwelt/golf-und-natur

(51) Kern, O. (2017). Flora, Fauna, Fairway. Zugriff am 03.08.2020 unter: http://bk.fnp.de/maingolf/20170419/#page_14

(52) Deutscher Golf Verand e.V. (2019). 162 Clubs zertifiziert - Qualitätsmanagement unterstützt natürliche Vielfalt auf Golfplätzen. Zugriff am 03.08.2020 unter: https://serviceportal.dgv-intranet.de/mediacenter/presseinformationen/pressemitteilungen/presseinformation-2019.cfm

Die Golfanlage Schönbuch, ausgezeichnet mit dem goldenen Golf&Natur Zertifikat, zeigt, wie Golfsport und Umwelt miteinander harmonieren können. Der Golfclub Schönbuch ist Mitglied des gleichnamigen Naturparks und bietet ein großes Angebot an Extensivflächen wie z.B. Streuobstflächen, Bachverläufe und andere Biotope. Unter anderem wurde ein Obstbaumlehrpfad mit 200 Obstbäume in die Anlage integriert. Dieser ist teilweise für Golfer*innen, Spaziergänger*innen und Wanderer*innen frei zugänglich. Des Weiteren wurden ein Insektenhotel und mehrere Nistkästen auf der Golfanlage implementiert und Bienen auf dem Gelände angesiedelt. Um einen Beitrag zur Umweltbildung zu leisten, werden zusätzlich jedes Jahr Führungen im Bereich Wildkräuter und Bienen angeboten. Durch den Aufbau von Wanderwegen rund um die Anlage soll außerdem ein Mehrwert für die umliegende Bevölkerung generiert werden. Für diese Bemühungen erhielt der Golfclub 2018 erneut das Golf Zertifikat Golf&Natur des DGV.

(53) Golfclub Schönbuch. (2018). Umwelt - Golf & Natur. Zugriff am 03.08.2020 unter: https://www.gc-schoenbuch.de/umwelt_golf_und_natur.html

Besonders in den USA ist der Bau großer Golfanlagen sehr beliebt und daher auch oftmals in der Kritik in Bezug auf den Umweltschutz. Kiawah Island hat daher bereits beim Bau der Anlage in den 1970er-Jahren damit begonnen, die Anlage ganzheitlich nachhaltig auszurichten. So wurden alle Gebäude in großem Abstand zur Düne gebaut, sodass sich Sicht-, Tritt- und Schallauswirkungen auf den sensiblen Küstenraum minimieren. Auf Straßenlaternen wurde verzichtet, um Meeresschildkröten nach dem Schlüpfen nicht von ihrem Weg abzubringen. Sie orientieren sich instinktiv am Mondlicht, um nach dem Schlüpfen den Weg ins Meer zu finden. Des Weiteren wurden zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um sowohl das Abfall- als auch das Wassermanagement zu optimieren. Für die Gäste werden Informationen bereitgestellt, wie sie sich nachhaltig verhalten können (54).

(54) Kiawah Island Golf Resort (o.J). Kiawah Island: Ecologically Sensitive. Zugriff am 03.08.2020 unter: https://kiawahresort.com/about-us/sustainability/

Um aktiv einen Beitrag zum Schutz bedrohter Tierarten zu leisten, schafft der Düsseldorfer Golfclub wichtige Rückzugsorte und Lebensräume für heimische Wildtiere. Unter anderem wurden Niststätten gefördert und zahlreiche Vogelnisthilfen neu angebracht. Inzwischen zeigten diese Maßnahmen erste Erfolge - seltene Vogelarten wie der Eisvogel und der Turmfalke wurden auf dem Gelände gesichtet. Ebenfalls wurde ein Falkenhorst auf dem Platz integriert und alle Golfbahnen an den natürlichen Gegebenheiten der Landschaft ausgerichtet. Durch diese Maßnahme sollte nicht nur der Eingriff in die Natur so minimal wie möglich gestaltet, sondern auch eine Aufwertung durch die Schaffung neuer Habitate ermöglicht werden (55).

(55) Düsseldorfer Golfclub. (o.J). Tiere auf dem Golfplatz. Golf und Natur – Tier- und Artenschutz auf Golfanlagen. Zugriff am 03.08.2020 unter: https://www.duesseldorfer-golf-club.de/golf-und-natur/tiere-auf-dem-golfplatz.html