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Stand Up Paddling

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kostet ein 90-minütiger SUP Kurs in etwa.
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beträgt die Leihgebühr für ein SUP-Board ungefähr pro Tag.
Im Jahr
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wurde der erste deutsche SUP Verband gegründet.
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wird Surfen erstmals als Sportart bei den Olympischen Sommerspielen dabei sein. Sollte SUP irgendwann nachziehen, wird mit großem Zulauf gerechnet.
In den
1950/0ern
entstand das Stand Up Paddling durch den Surf-Boom auf Hawaii.

Das Stand Up Paddling (SUP), auf Deutsch auch Stehpaddeln genannt, ist eine Wassersportart, bei die Sportler*innen aufrecht auf einer Art Surfbrett mit Finne stehen und sich mit einem langen Stechpaddel fortbewegen. Hierbei werden Elemente des Windsurfens, Paddelns und Wellenreitens miteinander verknüpft (1). Es gilt als ruhiger, schnell erlernbarer und relativ einfacher Sport, der trotzdem fordernd als Ganzkörper-Workout gesehen wird. Das SUP schult den Gleichgewichtssinn, die Koordination und stärkt die gesamte Muskulatur. Als gutes Herz-Kreislauf-Training und durch die Naturverbundenheit kann es einen idealen Ausgleich zum Alltagsstress darstellen.

Bei den Boards kann zwischen zwei Gruppen unterschieden werden: Den Hardboards, die aus festen Kunststoffen gefertigt sind, und den Inflatables aus weichem Kunststoff. Inflatables werden mithilfe einer Pumpe auf die erforderliche Steifigkeit aufgepumpt und sind, insbesondere im Freizeitbereich, eine gute Alternative zu den sperrigen Hardboards, denn sie benötigen wenig Platz bei Lagerung und Transport (2).

(1) Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (2016). Die wirtschaftlichen Potenziale des Wassertourismus in Deutschland. Zugriff am 15.10.2019 unter: https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/Tourismus/potenziale-des-wassertourismus-in-deutschland.pdf?__blob=publicationFile&v=8

(2) Deutscher Kanu-Verband e.V. (o.J.). Stand-Up-Paddling. Duisburg: Deutscher Kanu-Verband e.V. Zugriff am 15.10.2019 unter: https://www.kanu.de/_ws/mediabase/_ts_1520526393000//downloads/dkv/flyer/flyer_sup_3_low.pdf

10 Goldene SUP Regeln:

  1. Erkundigen Sie sich vor Ort, ob es für den Fluss oder See der Wahl besondere Gefahrenstellen, Beschränkungen oder Naturschutzgebiete gibt.
  2. Das Wetter ist launisch und aufkommender starker Wind (Gewitter!) kann beim Vorhaben, das Ufer zu erreichen, schnell mal zum unüberwindbaren Hindernis werden. Informieren Sie sich deshalb über Wetter- und Windvorhersagen bzw. Sturmwarnungseinrichtungen. Bleiben Sie im Zweifelsfall an Land.
  3. Schätzen Sie Ihre Fähigkeiten richtig ein, bevor Sie starten. Sorgen Sie, je nach Beschaffenheit des Gewässers und Wetterstand, für ausreichend wärmende Kleidung oder Neopren und die passende Ausrüstung (z. B. Helm, Schwimmweste).
  4. Beachten Sie andere Wassersportler, Boote und Wasserfahrzeuge. Halten Sie genügend Abstand und weichen Sie im Zweifelsfall vorher aus.
  5. Das Wunderbare in der Natur sind die zahlreichen Pflanzen und Tiere, die Ihre SUP-Tour zum einzigartigen Naturschauspiel machen. Respektieren und bewahren Sie diese Welt und helfen Sie so, die einzigartige Umgebung für weitere Generationen zu schützen.
  6. Meiden Sie schlammige oder seichte Stellen in Ufernähe. Durch das Abtragen, Aufwühlen oder Auftreten zerstören Sie den wertvollen Lebensraum von Pflanzen und Tieren. Nutzen Sie vorhandene Ab- und Anlegestellen sowie befestigte Stege.
  7. Sauberes Wasser soll auch sauberes Wasser bleiben. Vermeiden Sie Müll oder entsorgen Sie ihn in den dafür vorgesehenen Behältnissen vor Ort oder zu Hause.
  8. Genießen Sie die Ruhe. Das lautlose Dahingleiten auf dem Wasser ist, was SUP so einzigartig macht. Genießen Sie den Moment der Stille.
  9. „Take only pictures, leave only footprints“. Belassen Sie die Natur in ihrem Ursprung.
  10. Vorbild sein. Seien Sie ein echter SUP-Veteran und nehmen Sie sich die Regeln zu Herzen. Kommunizieren Sie und klären Sie andere auf (3).

(3) VDWS (o.J.). SUP Stand Up Paddling. 10 Goldene SUP Regeln. Zugriff am 15.10.2019 unter: https://www.vdws.de/world-of-surf-kite-sail-sup/world-of-sup/

Anfang 2014 wurde der erste deutsche SUP Verband gegründet. Ziel war es in erster Linie, den Sport populärer zu machen und das Wachstum zu unterstützen. Vor 2014 wurden bereits viele professionelle Veranstaltungen mit unterschiedlichen Rennformaten ausgetragen. Problematisch war jedoch das Fehlen eines einheitlichen Reglements und einer übergeordneten nationalen Rangliste. Mit der Einführung einer ganzheitlichen deutschen Liga und einem einheitlichem Reglement versucht der Deutsche SUP Verband (GSUPA – German Stand Up Paddeling Association e.V.) diese Konflikte zu umgehen (4). Außerdem strebt die GSUPA an, die Ausbildung von Schiedsrichter*innen zu fördern, eine Zertifizierung von SUP-Zentren einzuführen sowie die Organisation und Teilnahme an internationalen Wettkämpfen durchzuführen. Weitere Ziele sind die Wesensart der SUP-Disziplinen, geprägt durch den unmittelbaren Kontakt zur Natur und durch ihre Abhängigkeit von den meeresökologischen und binnenökologischen Bedingungen, in der Öffentlichkeit zu vertreten und so den Umweltschutz zu fördern (5).

Neben der GSUPA setzen sich auch der Deutsche Kanu-Verband e.V. (DKV), der Deutsche Wellenreit Verband e.V. (DWV) und der Verband Deutscher Wassersport Schulen e.V. (VDWS) für das Stand Up Paddling ein. Alle Verbände bilden intern zertifizierte SUP-Instruktor*innen aus. Der VDWS und der DWV haben zudem die Ausbilung für Fortgeschrittene hinzugefügt. Alle drei Verbände, die sich zusätzlich für den Fortschritt des SUP einsetzen, sind Mitglieder im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Ziel des Deutschen SUP Verbandes ist es, in Zukunft dort auch gelistet zu werden (6, 7, 8).

(4) Standup Magazin. (2015). Der Deutsche SUP Verband – Ein Statement. Zugriff am 15.10.2019 unter: http://standupmagazin.com/2015/01/der-deutsche-sup-verband-ein-statement/

(5) German Stand Up Paddel Association e.V. (2019). Satzung. Zugriff am 15.10.2019 unter: https://www.gsupa.com/satzung/

(6) Deutscher Kanu-Verband e.V. (o.J.). Stand-Up-Paddeling. Zugriff am 15.10.2019 unter: https://www.kanu.de/FREIZEITSPORT/Sportarten/SUP-52120.html

(7) Deutscher Wellenreit Verband e.V. (o.J.). SUP Ausbildung. Zugriff am 15.10.2019 unter: https://wellenreitverband.de/verband/sup-ausbildung/

(8) VDWS. (o.J.). SUP-Instructor-Ausbildung. Zugriff am 19.11.2019 unter: https://www.vdws.de/instructorenausbildung/sup-instructor/

Stand Up Paddeln ist grundsätzlich auf allen Fließgewässern in Deutschland erlaubt. Ausnahmen können für Wasserflächen in Parkanlagen, Talsperren und in Erholungsgebieten gelten. Weitere Einschränkungen können Befahrungsregelungen aus Naturschutzgründen sein, über die sich alle SUPler*innen informieren sollten (9).

Auch wenn das SUP als Wasserfahrzeug vom Geltungsbereich der Kollisionsverhütungsregeln (Regel drei, Buchstabe (a)) eindeutig erfasst wird, fehlt eine Zuordnung in die spezifisch definierten Fahrzeugkategorien (Regel drei Buchstabe (b) bis (h) der KVR). Allen Verkehrsvorschriften steht der Grundsatz voran, dass sich die Verkehrsteilnehmer*innen so zu verhalten haben, dass die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs gewährleistet und keine anderen  geschädigt, gefährdet oder belästigt werden (10).

Für die Fahrzeugkategorie der SUP gelten als Wasserfahrzeuge die allgemeinen Bestimmungen der Ausweich- und Fahrregeln (Verhalten von Fahrzeugen bei allen Sichtverhältnissen).

Auf den Binnenschifffahrtsstraßen des Bundes kommt mit Ausnahme des Rheins, der Donau und der Mosel die Binnenschifffahrtsstraßenordnung (BinSchStrO) zur Anwendung. Die jeweiligen Polizeiverordnungen für den Rhein, Donau und die Mosel haben jedoch einen weitgehend identischen Inhalt. Die in der BinSchStrO enthaltenen Grundregeln (§ 1.04 und 1.05) gelten ebenfalls für SUP (10).

Das Binnenschifffahrtsaufgabengesetz (§ 1 Abs. 2 Satz 2) besagt zudem, dass die Benutzung der Schleusen an Binnenschifffahrtsstraßen, insbesondere mit SUP-Boards, verboten ist (11).

(9) Deutscher Kanu-Verband e.V. (o.J.). Infos für Einsteiger. Wo darf ich paddeln? Duisburg: Deutscher Kanu-Verband e.V. Letzter Zugriff am 15.10.2019 unter: https://www.kanu.de/go/dkv/_ws/mediabase/downloads/dkv/flyer/flyer_neukanuten_lowres.pdf

(10) Referat See- und Binnenverkehrsrecht im VDWS (o.J.). SUP im wasserverkehrsrechtlichen Gefüge. Letzter Zugriff am 15.10.2019 unter: https://www.vdws.de/fileadmin/Fileuploads/user_upload/PDF/SUP_Wasserrecht.pdf

(11) Binnenschiffahrtsaufgabengesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom 5. Juli 2001 (BGBl. I S. 2026), das zuletzt durch Artikel 1 des Gesetzes vom 25. April 2017 (BGBl. I S. 962) geändert worden ist.

Stand Up Paddling kann auf nahezu allen Gewässern, Flussläufen und im Meer ausgeübt werden. Die einzige weitere Voraussetzung ist eine Wassertiefe, die gewährleistet, dass die Finne nicht den Gewässergrund berührt (12). Dadurch, dass das Equipment auch für eine Einzelperson gut tragbar ist, bedarf es keiner näheren infrastrukturellen Voraussetzungen. Mittlerweile wird SUP auch im Binnenbereich angeboten und durchgeführt (13).

(12) Deutscher Kanu-Verband e.V. (o.J.). Stand-Up-Paddling: SUP. Zugriff am 15.10.2019 unter https://www.kanu.de/FREIZEITSPORT/Sportarten/SUP-52120.html

(13) Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (2016). Die wirtschaftlichen Potenziale des Wassertourismus in Deutschland. Zugriff am 15.10.2019 unter: https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/Tourismus/potenziale-des-wassertourismus-in-deutschland.pdf?__blob=publicationFile&v=8

Stand Up Paddler*innen tragen Verantwortung für Natur und Umwelt, besonders in den sensiblen Bereichen der Uferzonen, die mit ihrer artenreichen Flora und Fauna geschützt werden sollen. Es ist entsprechend ratsam, vor Fahrtantritt eine detaillierte Fahrtenplanung und -vorbereitung unter Beachtung der Naturschutz- und Befahrensbestimmungen zu unternehmen (14).

SUPler*innen haben die Möglichkeit, eng mit der Natur in Kontakt zu treten und sollten deshalb ein ausgeprägtes ökologisches Bewusstsein besitzen. Beim Vorbeifahren an Stränden und dem Gleiten über das Wasser sollte Umwelt allumfassend Respekt gezeugt werden. Vorbildlich verhalten sich SUPler*innen, wenn sie sich sanft fortbewegen, Müll aufheben bzw. selbst verursachten Müll wieder mitnehmen, sensibel gegenüber wildlebenden Tier- und Pflanzenarten sind und keine anderen Lebewesen bei der Ausübung ihres Sports gefährden (15).

Zu den konkreten Auswirkungen des SUP Sports auf den Naturraum gibt es bisher nur wenige Studien. Der freiberufliche Ornithologe Matthias Bull widmete sich 2018 in seiner Masterarbeit den Auswirkungen des SUP auf überwinternde und rastende Wasservögel. Die Arbeit wurde vom LBV in Auftrag gegeben, nachdem sich Beschwerden von Vogelschützer*innen über massive Störungen der Wasservögel durch die neue Trendsportart häuften (16). Der LBV sieht folgende Störpotenziale für Wasservögel:

  • Das Paddel der SUPler*innen kann von Tieren als Waffe fehlinterpretiert werden.
  • SUP kann mit Neoprenanzügen auch im Winter ausgeübt werden. Das kollidiert mit der Zeit, in der sich Wasservögel zum Rasten und Überwintern zusammenfinden. In dieser Jahreszeit sind sie äußerst störungsempfindlich und jeder Energieverlust kann sich negativ auswirken.
  • Der geringe Tiefgang ermöglicht das Befahren von flachen Uferbereichen. Diese sind wichtige Ruhebereiche für rastende Watvögel, Enten etc.
  • Aufblasbare SUP-Boards ermöglichen den Einstieg von nahezu jedem Ufer, da sie einfach zu transportieren sind. Das kann zu einer Erschließung neuer Einstiegsstellen und Verteilung der Störereignisse führen.
  • Einzelpersonen nehmen teils weite Anfahrstrecken in Kauf und kennen örtliche Gegebenheiten (z.B. Schutzgebietsabgrenzungen) und Vorschriften nicht.
  • Es herrscht zum Teil geringe oder gar keine Grundausbildung der SUPler*innen, da kein Schein gemacht werden muss.
  • Ein Gewöhnungseffekt für Wasservögel kann sich nur schwer einstellen, da sich die SUPler*innen frei im Gewässer bewegen (16).

Des Weiteren können ähnliche Schäden auftreten wie beim Kanufahren. Bspw. bestehen mögliche Auswirkungen beim Ein- und Aussetzen des SUP-Boards:

  • Trittbelastung kann zu Schäden am Uferbewuchs, zu Uferabbrüchen, Artenverschiebungen sowie zu Vegetationsverlust im Bereich der Ein- und Ausstiegsstellen führen.
  • Störempfindliche Tiere können beunruhigt oder vertrieben werden. Dies betrifft insbesondere die an Wasserläufen lebenden heimischen Vogelarten (Eisvogel, Wasseramsel, Flussuferläufer etc.).
  • Röhricht und Unterwasserpflanzen können beschädigt werden. Schilfbestände sind Rückzugsraum für einige Vogelarten und auch Lebensraum für viele Wirbellose. Wird nur ein Schilfhalm beschädigt, dringt Wasser in das Wurzelgeflecht hinein und die komplette Pflanze stirbt ab (17).

(14) Referat See- und Binnenverkehrsrecht im VDWS (o.J.). SUP im wasserverkehrsrechtlichen Gefüge. Zugriff am 15.10.2019 unter: https://www.vdws.de/fileadmin/Fileuploads/user_upload/PDF/SUP_Wasserrecht.pdf

(15) Casey, R. (2011). Stand Up Paddling: Flatwater to Surf and Rivers. Seattle: The Mountaineers Books.

(16) Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (2016). Stand-Up Paddling und Wasservögel: Schadet die Trendsportart unseren heimischen Vögeln? Zugriff am 15.10.2019 unter: https://www.lbv.de/news/details/stand-up-paddling-und-wasservoegel/

(17) Zeilner, F. (2006). Kanusport. Wettkampf & Freizeitsport (S. 198f). Universität Salzburg: Freya.

An Badeseen gibt es hin und wieder Konflikte mit einigen rücksichtslosen SUPler*innen, die durch Badezonen paddeln oder (Schatten-)Plätze am Strand mit ihren Boards belegen. Dies war bspw. in Seehausen der Fall, wo infolgedessen ab 2019 ein SUP-Verbot im Strandbad am Staffelsee eingeführt wurde. So will der Fremdenverkehrsverein Konflikte mit anderen Badegästen vermeiden. Andere Verwalter*innen von Strandbädern sehen aber durchaus eine Lösung in der Kommunikation: Solange SUPler*innen sich freundlich und rücksichtsvoll verhalten, mit dem Strandbad kommunizieren und auf die Betreiber*innen zugehen, stellen sie kein Problem dar und die Betreiber*innen zeigen sich kooperativ (18).

Da Seen meist für alle zugänglich sind, müssen sich SUPler*innen und Schwimmer*innen oder andere Gäste miteinander arrangieren. Hier gilt es, nicht nur im Umgang mit anderen Menschen rücksichtsvoll zu sein, sondern auch sich und andere nicht durch unvorsichtiges Verhalten in Gefahr zu bringen (18). Gefährlich sind Natursportarten meist nur, wenn man sie nicht beherrscht oder eine Situation falsch einschätzt. Vor allem gilt, dass Nichtschwimmer*innen nicht auf ein SUP-Brett gehören! Für Anfänger*innen gilt Vorsicht gegenüber den Gefahren im Wassersport, die nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollten. Hinzu kommt das Wetter: Im Sommer kann die Sonneneinstrahlung zu körperlicher Beeinträchtigung und Notsituationen führen. Zudem kann das Wetter umschlagen und Sturm oder Gewitter mit sich bringen, was eventuell eine Rettungsaktion erfordert (19).

(18) Falkenberg, B. (2018). Nach Ärger mit Badegästen: Hier am Staffelsee dürfen Stand-Up-Paddler nicht mehr ins Wasser. Zugriff am 15.10.2019 unter https://www.merkur.de/lokales/garmisch-partenkirchen/murnau-ort29105/staffelsee-stand-up-paddler-duerfen-nicht-mehr-ins-strandbad-seehausen-10150664.html

(19) Deutscher Kanu-Verband e.V. (o.J.). Stand-Up-Paddling: SUP. Zugriff am 15.10.2019 unter https://www.kanu.de/FREIZEITSPORT/Sportarten/SUP-52120.html

Womöglich wurde das wesentliche Element des SUP – das Paddeln im Stehen – schon von peruanischen Fischern oder auch Polynesiern seit Jahrhunderten überliefert. Ebenso soll James Cook 1778 Hawaiianer*innen beim Surfen mit Paddel beobachtet haben (20). Diese Geschichten werden allerdings nicht von allen Quellen als Ursprung des Stand Up Paddlings bewertet (21).

In den 1950er- und 1960er-Jahren, als das Surfen auf Hawai‘i boomte, enstand auch das Stand Up Paddling (auf hawaiianisch „Ku Hoe He’e Nalu“). Dort bewegten sich die „Beach Boys“, die den Touristen Surfunterricht erteilten, paddelnd auf ihren Surfbrettern. Einerseits konnten sie so besser ihre Schüler*innen betreuen und zudem Fotos machen. So bekam das heutige SUP erstmal den Namen „Beach Boy Surfing“ (20).

Mit dem Abflauen des Surfbooms in den 70er-Jahren und der Erfindung von wasserfesten Kameras geriet das „Beach Boy Surfing“ in Vergessenheit. Erst in den letzten Jahren erlebte das SUP einen stetigen Zuwachs. Anfänglich nur als Training an den wellenarmen Tagen gedacht, fanden Surflegenden wie Laird Hamilton und Dave Kalma um die Jahrtausendwende ihren Spaß an der neuen Sportart und entwickelten massentaugliche Technik und Equipment (20, 21).

Auch in Deutschland hat sich SUP als eigenständige Sportart etabliert und es werden Wettkämpfe ausgetragen (20).

(20) Deutscher Kanu-Verband e.V. (o.J.). Stand-Up-Paddling: SUP. Zugriff am 15.10.2019 unter: https://www.kanu.de/FREIZEITSPORT/Sportarten/SUP-52120.html

(21) Deutscher Wellenreit Verband e.V. (o.J.). Sportarten: Stand Up Paddling – SUP. Zugriff am 15.10.2019 unter: https://wellenreitverband.de/verband/sportarten/

Wildwasser SUP
Stand Up Paddling im Wildwasser ist vor allem etwas für Action-Fanatiker*innen. Hierfür sollte ein Wildwasser-SUP, eine Leash, eine Schwimmweste und unbedingt ein Helm getragen werden. Das Fahren in rauen und wilden Gewässern erfordert ein hohes Balancevermögen. Die sich ständig verändernden Bedingungen im Wildwasser verlangen besonders technische und koordinative Fähigkeiten von den Sportler*innen (22).

SUP-Yoga
Beim SUP-Yoga wird das Brett zur schwimmenden Yogamatte. Das instabile Brett erschwert herkömmliches Yoga und macht es intensiver. Der Fokus wird dabei auf Konzentration, Koordination und die Atmung gelegt. Das Zusammenspiel von Kraft, Balance und Leichtigkeit soll ein einzigartiges Erlebnis hervorrufen (23).

SUP-Fitness
Elemente aus dem funktionellen Krafttraining, Wirbelsäulentraining, Stretching und Pilates werden in einem Fitnesstraining auf dem SUP ausgeübt. Kommerzielle Anbieter machen sich die Trendsportart zu eigen und bieten das neue Fitnesstraining in Einzel- oder Gruppenkursen an (23).

SUP-Polo
Beim erstmals vom VDWS vorgestellten SUP-Polo gibt es zwei Teams mit je 3 Spieler*innen, die auf ihren SUP-Boards darum kämpfen, einen Ball mit Hilfe des Paddels ins gegnerische Tor zu werfen. Dabei ist das Spielfeld durch aufblasbare „Linien“ begrenzt. Die Spieldauer beträgt 2 x 10 min, in der Halbzeit wird die Seite gewechselt. Bei Unentschieden geht das Spiel 5 min in die Verlängerung. Verschiedene Foul-Varianten werden mit einem Tor für die gegnerische Mannschaft, einem Freiwurf oder mit einer Auszeit bestraft (24).

SUPfrisbee
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, SUPfrisbee zu spielen. Zum einen miteinander: Wie auf einer Wiese im Park wirft man sich die Frisbee in einer Gruppe zu und trainiert spielend sein Gleichgewicht auf dem Stand Up Paddleboard. Oder man orientiert sich am amerikanischen Ultimate Frisbee und an uns bekannten Ballsportarten wie z.B. Fußball. Hier spielen zwei Mannschaften auf einem definierten Feld auf zwei Tore oder Bojen gegeneinander. Bei dieser Art kommt es auch zu mehr Kontakt mit den Gegner*innen. Dies erfordert auch etwas mehr Geschick und Spielverständnis (25).

(22) Bergwelten (2015). Stehend über wilde Wasser. Zugriff am 15.10.2019 unter: https://www.bergwelten.com/a/sup-im-fluss-stehend-ueber-wilde-wasser

(23) Boot (o.J.). SUP Yoga & Fitnesstraining. Yoga, Stretching und Pilates auf dem Stand Up Paddling Board. Zugriff am 15.10.2019 unter: https://www.boot.de/cgi-bin/md_boot/lib/pub/tt.cgi/SUP_Yoga_Fitnesstraining_auf_dem_Stand_Up_Paddling_Board.html?oid=45134&lang=1&ticket=g_u_e_s_t

(24) Boot (o.J.). So funktioniert SUP Polo: Ballsport auf dem Stand Up Paddling Board. Zugriff am 15.10.2019 unter: https://www.boot.de/cgi-bin/md_boot/lib/pub/tt.cgi/So_funktioniert_SUP_Polo_-_Ballsport_auf_dem_SUP-Board.html?oid=31020&lang=1&ticket=g_u_e_s_t

(25) supscout.de (o.J.). SUP Trend: SUPfrisbee. Zugriff am 15.10.2019 unter: https://supscout.de/blog/sup-trends/sup-trend-supfrisbee/

Da in Deutschland nicht überall Wind und Wellen zum Surfen zur Verfügung stehen, ist SUP eine gute Alternative, um trotzdem ein „Surf-feeling“ wie auf Hawai‘i zu bekommen (26). Auch für Menschen, die keinerlei Wassersport betreiben oder sich generell für eher weniger sportlich halten (aber auf jeden Fall schwimmen können), ist Stand Up Paddling leicht zu erlernen (26, 27). Es ist sowohl für Erwachsene als auch für Kinder möglich und eignet sich somit zur gemeinsamen Ausübung in der Gruppe (27).

Hinzu kommt, dass das SUP den kompletten Körper trainiert. Es kann somit ein guter Ausgleich vom Alltag sein (27). Da ständiges Ausbalancieren notwendig ist, wird die Tiefenmuskulatur angesprochen, wodurch sich SUP auch als physiotherapeutische Behandlung, zur Prävention oder zur Nachsorge bei Rückenproblemen eignet. Die Intensität kann individuell an den Körper der Ausübenden angepasst werden. Das Wasser, die Ruhe und die Natur wirken zudem beruhigend und entspannend und unterstützen den Erholungseffekt (28).

(26) Till, V. (2016). Stand up Paddling: Wassersport für jedermann. Zugriff am 27.03.19 unter: https://www.apotheken-umschau.de/Sport/Stand-up-Paddling-Wassersport-fuer-jedermann-524445.html (Artikel nicht mehr online)

(27) Hahn, J. (2018). Stand-up-Paddling trainiert den ganzen Körper. Zugriff am 19.11.2019 unter: http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/stand-up-paddling-die-trendsportart-trainiert-den-ganzen-koerper-a-1207246.html

(28) SUP TRIP (2018). Was ist eigentlich Stand Up Paddling? Zugriff am 15.10.2019 unter: https://www.sup-trip.de/stand-up-paddling/

Zur Ausübung des Sports werden grundsätzlich ein Board und ein Stechpaddel (längenverstellbar) benötigt. Am Board befindet sich optimalerweise eine Leash, also eine Leine, die als Verbindung zwischen Surfer*in und Brett befestigt wird, damit bei einem Sturz von dem Board das Abtreiben des Brettes verhindert wird. Zudem ist das Tragen einer Schwimmweste ratsam (29).

Prinzipiell kann Stand Up Paddling von Frauen und Männern jeden Alters betrieben werden (29). Voraussetzung ist, dass man schwimmen kann (30).

(29) Deutscher Kanu-Verband (o.J.). Stand-Up-Paddling. Duisburg: Deutscher Kanu-Verband e.V. Zugriff am 15.10.2019 unter: https://www.kanu.de/_ws/mediabase/_ts_1520526393000//downloads/dkv/flyer/flyer_sup_3_low.pdf

(30) Hahn, J. (2018). Wassersport: Stand-up-Paddling trainiert den ganzen Körper. Zugriff am 15.10.2019 unter: http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/stand-up-paddling-die-trendsportart-trainiert-den-ganzen-koerper-a-1207246.html

Anfänglich entwickelte sich SUP als Trendsportart, zeigt aber mittlerweile eine stabile Entwicklung auf. Die zukünftige Etablierung als Breitensport ist dementsprechend nicht ausgeschlossen. Derzeit wird der Markt von kleinen kommerziellen Anbietern bestimmt, aber auch Verbände und Vereine mischen mit. So bietet bspw. der Deutsche Kanu-Verband für die Vereine eine Ausbildung zum „SUP-Instructor“ an, um über die sichere und naturverträgliche Ausübung des Sports aufzuklären und Trainer*innen zu schulen (31). Der VDWS bildet Instruktor*innen aus, die den Sport beruflich ausüben wollen, und bietet eine Vielzahl von Fortbildungen im Flachwasser und an der Küste für seine Mitglieder an.

Einen 90-minütigen SUP-Anfängerkurs kann man für ca. 29 € besuchen. Wollen Sie sich ein Board leihen, so kostet dies ungefähr 15 € für eine Stunde oder 35 € am Tag (32). Die Preise variieren je nach Anbieter.

Bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio soll 2021 erstmals das Surfen als Sportart mit dabei sein. Für den Fall, dass irgendwann auch das Stand Up Paddling olympisch wird, kann mit weiterem Zulauf und Mehreinnahmen gerechnet werden (33).

(31) Hahn, J. (2018). Wassersport: Stand-up-Paddling trainiert den ganzen Körper. Zugriff am 15.10.2019 unter: http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/stand-up-paddling-die-trendsportart-trainiert-den-ganzen-koerper-a-1207246.html

(32) Team Stand-Up-Paddler (o.J.). SUP Preise. Zugriff am 15.10.2019 unter: http://stand-up-paddler.de/sup-preise/

(33) Spiegel Online (2017). Kurioser Rechtsstreit: Stehpaddler beschäftigen den Cas. Zugriff am 15.10.2019 unter: http://www.spiegel.de/sport/sonst/internationaler-sportgerichtshof-cas-entscheidet-ueber-stehpaddeln-a-1152458.html

Im Bereich der schleswig-holsteinischen Ostseeküste gibt es seit 2016 eine freiwillige Vereinbarung zum Schutz von rastenden Meeresvögeln. Diese wurde zwischen dem Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein (MELUR) sowie dem Deutschen Segler-Verband e.V. (DSV) und dem Verband Deutscher Wassersport Schulen e.V. (VDWS) geschlossen. Um Störungen von Rastvögeln zu vermeiden, versuchen die auf Grundlage der freiwilligen Vereinbarung erstellten Konzepte den lokalen Schutz mit den allgemeinen Nutzungs- und Entfaltungsmöglichkeiten zu vereinbaren. Damit wird gleichzeitig den freizeitbedingten Erfordernissen des Segel- und Wassersports Rechnung getragen.

Zum Schutz von rastenden Meeresvögeln in den Wintermonaten meiden Wassersportler*innen im Zeitraum vom 16. November bis 1. März grundsätzlich die OlC-Gebiete, wenn das Ostseeinformationszentrum Eckernförde (OIC) ein lokal gehäuftes Auftreten von aktiv nach Nahrung suchenden oder rastenden Meeresvögeln in diesen Gebieten festgestellt und eine entsprechende Warnung herausgegeben hat. Die Warnung inklusive der Entwarnung wird vom OIC lokal und zeitlich befristet ausgesprochen und im Internet unter folgendem Link bekannt gegeben: http://www.fischerleben-schleswig-holstein.de/fischinfo/monitoring/entenschutz/.