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Canyoning

Abseil-0er
nennt man das Tool, das einem das Abseilen erleichtern soll, da es klassisch geformt wie eine 8 aussieht.
0 - 10 °C
beträgt die Wassertemperatur in der Regel in einem Canyon, was einen Neoprenanzug unerlässlich macht.
0 - 15 %
der deutschen Bevölkerung über 14 Jahre interessiert sich für Kurzurlaube im Abenteuertourismus.
0 - 5 m
tiefe Sprünge ins Wasser gehören standardmäßig im Schwimmcanyon dazu.
C1 - C0
sind die Schwierigkeitsstufen eines Canyons nach DCV.

Canyoning bezeichnet das Begehen von Schluchten und Klammen bei Trockenheit oder niedrigen Wasserständen von oben nach unten, also dem Lauf des Wassers folgend. Nach außen wirkt diese Aktivität als spektakuläre Funsportart, aber für echte Canyonist*innen bedeutet sie den Einstieg in eine geheimnisvolle Welt in den Schluchten fernab der Zivilisation. Hierbei werden Geländestufen abgesprungen und herabgeklettert oder die Sportler*innen seilen sich mittels Kletterausrüstung ab. Die tiefen Staubereiche und die strömungsstarken Stellen der Wasserläufe werden schwimmend bzw. sich treiben lassend zurückgelegt. Im Normalfall muss ein Canyon von der Einstiegsstelle bis zum Ausstieg komplett gegangen werden, da es häufig einen point of no return gibt, an dem man den Canyon nicht mehr rauf kommt. Eine sorgfältige Tourenplanung gibt mehr Sicherheit (1).

Canyoning kann ganzjährig durchgeführt werden. Im Frühjahr sind die Schluchten wasserreich und dementsprechend nur für Profis und erfahrene Canyonist*innen geeignet. Der Sommer ist die eigentliche Canyoningzeit, in der auch viele kommerzielle Anbieter ihre Touren durchführen. Im Herbst hingegen kann man mit weniger Wasser rechnen, teilweise fällt im Hochgebirge allerdings schon Schnee. Der Winter lässt sich nur für absolut erfahrene Schluchtenwanderer*innen empfehlen, da eine Begehung zu dieser Zeit hoch anspruchsvoll ist und man entsprechendes Material und Ausrüstung benötigt (1).

(1) Gut, T. (2002). Canyoning Handbuch. Bielefeld: Reise Know-How Verlag Peter Rump GmbH.

Obwohl viele Canyons regelmäßig von Hochwasser durchflutet werden und somit einer hohen Belastung gewachsen sind, sollten möglichst keine neuen Spuren im Canyon hinterlassen werden. Deshalb gelten folgende Tipps und Regeln zum richtigen Verhalten im Canyon:

  1. Vorhandene Pfade und Zustiegswege nutzen und auch in Toboggans die bestehenden Wege und Rutschrinnen einhalten, keine unnötigen Haken schlagen und keine Absperrungen überklettern.
  2. Wie es in der Natur immer der Fall sein sollte, nimmt man seinen Abfall mit und entsorgt ihn nach der Tour.
  3. Bewachsene Zonen meiden und keine Steine am Flussbett bewegen, da sich hier kleine Lebewesen zum Schutz aufhalten können.
  4. Lärm ist zu vermeiden (2).

Die Jugend des Deutschen Alpenvereins (JDAV) ergänzt in ihrem Kodex für naturverträgliches Canyoning, dass man während der Brut- und Aufzuchtzeit keine Schluchten betritt, in denen gefährdete Vogelarten wie Uhu, Wanderfalke, Gänsesäger oder Wasseramsel leben, und bestehende Einschränkungen akzeptiert (3).

(2) Gut, T. (2002). Canyoning Handbuch. Bielefeld: Reise Know-How Verlag Peter Rump GmbH.

(3) Wessely, H. (2001). Initiativen zum Ausgleich zwischen Wassersport und Naturschutz. Laufen/Salzach: Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege. Zugriff am 15.10.2019 unter http://www.zobodat.at/pdf/Laufener-Spez-u-Seminarbeitr_2_2001_0073-0085.pdf

Das Vereinsnetz im Bereich Canyoning ist in Deutschland kaum ausgebaut. Anschluss an andere Canyonist*innen findet man im Deutschen Alpenverein e.V. (DAV). Allerdings ist Canyoning vielmehr eine individualistische Sportart, die weniger über den Verein organisiert ist. Beim Deutschen Canyoning Verein e.V. (DCV) können sich Sportausübende über aktuelle Routen informieren sowie Fachliteratur und Karten beziehen.

Wer noch neu auf dem Gebiet ist, sollte sich an einen kommerziellen Anbieter wenden. Dort findet man am ehesten einen Einstieg in die Sportart und kann erste Schritte in der Schluchtenwelt wagen (4). Anbieter von Canyoning-Touren in Deutschland sind u.a. Bergschulen, deren Bergführer eine entsprechende Zusatzqualifikation besitzen, sowie „Abenteuer-Agenturen“, die diese Sportart als Angebot in ihr Portfolio aufgenommen haben.

Der DCV kümmert sich in erster Linie um die Begehung, Erforschung, Pflege und den Schutz natürlicher Schluchten und Klammen.

In der Schweiz werden die Interessen des Canyoningsports von zwei Organisationen vertreten: Vom Schweizer Bergführerverband (SBV), der seit 1995 den staatlich anerkannten Bergführer*innen eine Weiterbildung in Canyoning anbietet, sowie von der Swiss Outdoor Association (SOA), der Vereinigung von qualifizierten und kommerziellen Veranstaltern im Outdoor- und Adventurebereich.

(4) Gut, T. (2002). Canyoning Handbuch. Bielefeld: Reise Know-How Verlag Peter Rump GmbH.

Ob eine Schlucht zur Wanderung freigegeben ist, wird von Land zu Land unterschiedlich geregelt. Zu beachten sind in jedem Falle Naturschutzregelungen, bspw. bezüglich bestehender Einschränkungen. Dazu zählen gesperrte Canyons oder Schluchtabschnitte, Schonzeiten, tageszeitliche Regelungen, Beschränkungen der Gruppengröße etc. Schluchtenwanderer*innen sind verpflichtet, sich vor einer Begehung diesbezüglich zu informieren (5).

In Bayern darf das Canyoning bspw. nur in ausdrücklich dafür freigegebenen Schluchten ausgeübt werden. Die Widmung zum Gemeingebrauch darf durch die Kreisbehörden nur nach strengen Maßstäben erfolgen. Mögliche Beeinträchtigungen für Tiere und Pflanzen müssen dabei berücksichtigt und gegebenenfalls durch zusätzliche Auflagen vermieden werden.

(5) MW-SAC. (2001). Canyoning-Naturkodex Schweiz: Verhaltensregeln für naturverträgliches Canyoning. Zugriff am 19.11.2019 unter: https://mountainwilderness.ch/fileadmin/user_upload/Dokumente/Bergsport/bergsport_sommer/canyoning/Canyoning_Regeln_doc.pdf 

Der Naturraum für die Ausübung des Canyonings sind naturbelassene, weglose Schluchten und die darin vorkommenden Wasserläufe. Die Sportler*innen suchen sich ihre Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten über zumeist vorhandene, den Schluchtbereich kreuzende oder begleitende, Wege.

In Europa führt die Entstehung der Canyons auf die Auffaltung der Alpen und Pyrenäen zurück. Es entstanden Risse und Täler, durch die sich das Wasser seinen Weg bahnte. Die erosive Kraft des Wassers und die unterschiedlichen Eigenschaften der Gesteinsschichten formten die verschiedenen Canyontypen. Einige dieser Schluchten eignen sich besonders gut zum Wandern, andere zum Abseilen und in Schwimmcanyons kommt man um den Kontakt mit dem Wasser nicht herum. Das Haupthindernis in der Schlucht sind Felsstufen, die man in allen Formen und Höhen finden kann. Wenn sie schräg ausgebildet sind, werden sie Tobbogans genannt. Sie sind häufig glitschig und schwer begehbar, können aber als Rutschen viel Spaß bringen. Senkrechte Stufen werden geklettert oder es wird gesprungen, wenn darunter ein tiefes Wasserbecken liegt. Kleine Bäche und Wasserfälle machen die Szenerie perfekt (6).

(6) Gut, T. (2002). Canyoning Handbuch. Bielefeld: Reise Know-How Verlag Peter Rump GmbH.

Beim Canyoning erschließt der Mensch neue Naturräume, die ihm vorher verborgen blieben. In Bezug auf den Naturraum sind die Auswirkungen der einzelnen Canyonist*innen bisher eher unbedeutend, allerdings können durch den Anstieg der Sportlerzahlen und eine mögliche Entwicklung hin zum Massenphänomen durchaus schwere Schäden in den Lebensräumen entstehen. Zudem kann der Sport ganzjährig betrieben werden, was dazu führt, dass die Regenerationsphase für die Natur drastisch verkürzt wird (7).

Canyons, die regelmäßig von Hochwassern durchspült werden, ertragen weitaus mehr Belastung durch Besucher*innen, da sich hier nur die widerstandsfähigsten Spezies angesiedelt haben. Dahingegen sind Canyons, die nicht regelmäßig durchflutet werden, deutlich störanfälliger.

Abhängig von örtlichen Gegebenheiten kann Canyoning auch zu Verdrängungen von Tierarten aus ihren angestammten Lebensräumen führen. So ist besonders sensibel mit Naturräumen umzugehen, in denen z.B. Wanderfalken, Uhus und Wasseramseln brüten oder Koppen und Bachforellen laichen (8). Ebenso können durch fehlerhaftes Verhalten im entsprechenden Naturraum Schäden der Vegetation im Bereich von Abseilstellen, entlang des Bachlaufs am Ufer sowie an den Zu- und Ausstiegsstellen entstehen.

(7) Fuchs, T.(2003). Canyoning – Aspekte des Abenteuersporttourismus in der Erlebnisgesellschaft. München: Wien: Profil.

(8) Gut, T. (2002). Canyoning Handbuch. Bielefeld: Reise Know-How Verlag Peter Rump GmbH.v

In den Medien und auch durch kommerzielle Veranstalter wird Canyoning häufig als ein für jeden Menschen machbares Freizeitvergnügen dargestellt. Umweltbewusstsein, Naturschutz und das Bewusstsein für die offensichtlichen Gefahren werden hierbei von einigen Sportausübenden zum Teil vernachlässigt. Es lässt sich auch feststellen, dass bei gut geführten kommerziellen Touren tendenziell mehr Rücksicht auf die Schlucht-Ökologie genommen wird als bei Individualtouren.

Von Konflikten mit anderen Sportler*innen und Nutzergruppen wird kaum berichtet. Da Schluchten oftmals schwer zugänglich sind, bleiben sie den Canyonist*innen als Naturraum vorbehalten. Lediglich individuelle Schluchtenwanderer*innen und Anwohner*innen fühlen sich in bestimmten Regionen durch den zum Teil massenhaften Andrang gestört (9).

(9) Reichart, K. (2018). Anwohner klagen über Outdoor-Sportler-Ansturm im Allgäu. Zugriff am 15.10.2019 unter https://www.br.de/nachrichten/bayern/anwohner-klagen-ueber-outdoor-sportler-ansturm-im-allgaeu,QxJVFUX

Diverse Höhlenmalereien in Spanien, die zum Teil einige 1.000 Jahre alt sind, weisen darauf hin, dass sich schon früh Menschen in Schluchten begeben haben, allerdings weniger zum Vergnügen als für die Suche nach Wasser und Nahrung. Auch Spuren der Römer finden sich in Schluchtennähe: Sie bauten Brücken über wilde Klammen. Im Mittelalter errichteten Eremiten ihre Klausen in den Schluchten, welche heute teilweise noch dort vorzufinden sind.

Die erste Begehung aus purem Entdeckerdrang fand erst ab dem 19. Jahrhundert statt (10). Trotzdem hatten viele Begehungen der Canyons selbst im 20. Jahrhundert eher eine unfreiwillige Motivation. Man musste teilweise zu den Wasserströmen hinunter klettern, wenn sich bei der Holztrift die Baumstämme verhakt hatten. Mit der Entwicklung von besseren Materialien und einer geeigneten Ausrüstung, bspw. bestehend aus Sitzgurten und Abseilgeräten, stieg auch die Nachfrage nach Schluchtenwanderungen als Freizeitaktivität (11).

Über Spanien und Frankreich kam das Canyoning erst in den 90er-Jahren nach Deutschland. 1992 fand der erste Wettbewerb im Canyoning statt. Mit dem Ziel einer einheitlichen Ausbildung der Canyonführer*innen in Europa gründete sich 1995 die CEC (Commission Européenne de Canyon), unter anderem mit der Absicht, Unfälle zu vermeiden (10).

(10) Gut, T. (2002). Canyoning Handbuch. Bielefeld: Reise Know-How Verlag Peter Rump GmbH.

(11) Hofmann, S. (1997). Canyoning: Ein Lehr- und Lernbuch. München: Bergverlag Rother GmbH.

Es gibt verschiedene Arten von Schluchten, die auf unterschiedliche Weise begangen werden. Der Laufcanyon ist einfach zu begehen und im Prinzip sind hier keine technischen Vorkenntnisse nötig. Der Klettercanyon, der Wasserfälle beinhaltet, ist etwas anspruchsvoller. Hier werden Hindernisse durch Abseilen oder Springen überwunden. Deshalb sind gute alpine Kenntnisse von Vorteil. Zu guter Letzt stehen beim Schwimmcanyon die namensgebenden Schwimmkenntnisse im Vordergrund. Hier wird ein Großteil der Strecke im Wasser zurückgelegt (12).

Zudem variiert die Länge der Canyoning-Touren von wenigen Stunden bis hin zu Mehrtagestouren. Allerdings sind lange Touren mit Expeditionscharakter eher unüblich (13).

Letztlich lassen sich Canyons auch anhand der Gesteinsarten und der Felsstruktur unterscheiden. Schluchten entstehen bspw. in Sedimentgestein wie Kalk und Sandstein oder auch in magmatischem Gestein wie Granit, was durch seine glatte Form und glasklares Wasser beeindruckt (14).

(12) Fernsebner, G. & Huber, W. (1998). Faszination Wildwasser: Wildwasserschwimmen, Rafting, Canyoning; Gefahren – Sicherheiten – Rettung. Wien: Tyrolia-Verlag.

(13) Hofmann, S. (1997). Canyoning: Ein Lehr- und Lernbuch. München: Bergverlag Rother GmbH.

(14) Gut, T. (2002). Canyoning Handbuch. Bielefeld: Reise Know-How Verlag Peter Rump GmbH.

Beim Canyoning stehen für viele das Erlebnis der beinahe unberührten Natur, die Ruhe und das Alleinsein im Mittelpunkt, wobei dies nur individuell oder in Kleingruppen erlebt werden kann (15).

Aus psychischer Sicht sind der Entdeckerdrang, die Neugier, die Suche nach einer Herausforderung und der Nervenkitzel als Motivationsfaktoren der Canyonist*innen zu nennen. Physisch werden Motive wie „aktiv sein in der Natur“ angeführt. Zudem wollen die Sportler*innen an ihre psychische und physische Leistungsgrenze gehen. Weitere Motive zur Ausübung der Sportart sind im Zuge der Individualisierung Anerkennung und Aufmerksamkeit (16).

Viele Abenteuertourist*innen, die eine Schluchtenwanderung wagen, erwarten eine Abwechslung vom Alltag, wollen einen schönen Tag erleben und zudem die Natur in vollen Zügen genießen können (16).

(15) Gut, T. (2002). Canyoning Handbuch. Bielefeld: Reise Know-How Verlag Peter Rump GmbH.

(16) Fuchs, T.(2003). Canyoning – Aspekte des Abenteuersporttourismus in der Erlebnisgesellschaft. München: Wien: Profil.

Da die Temperatur in den Schluchten weitaus geringer ist als außerhalb, ist ein Kälteschutz zu jeder Jahreszeit wichtig. Daher gehört zur persönlichen Ausrüstung in erster Linie ein Neoprenanzug. Um den Körper zu schützen, sind zudem ein Helm und rutschfeste Schuhe essentiell. Je nach Art des Canyons wird zusätzlich ein entsprechendes Kletterequipment, bestehend aus Gurten, Seilen und Sicherungsgeräten, benötigt. Die Ausrüstung kann bei vielen kommerziellen Canyoning-Anbietern oder auch auf Campingplätzen in Canyoningregionen ausgeliehen werden (17).

Da Canyoning eine Ausdauersportart ist, sollte eine gewisse Grundkondition vorhanden sein. Die Vorbereitung kann durch Wandern, Fahrradfahren, Schwimmen, Joggen, Skilanglaufen oder andere Ausdauersportarten erfolgen. Eine gute Koordination und Balance komplettieren die Voraussetzungen.

Darüber hinaus sind bei Begehungen in Klettercanyons auch eine ausreichende Klettertechnik sowie in Schwimmcanyons entsprechende Schwimmkenntnisse erforderlich (17).

Wer sich individuell auf eine Schluchtenwanderung begeben möchte, dem werden eine Alpinausbildung, Erfahrungen mit Wildwasser sowie Wetter- und Erste-Hilfe-Kenntnisse empfohlen. Je nach Schwierigkeitsgrad der Schlucht ist dies zwingend notwendig, um die eigene Sicherheit gewährleisten zu können (18). Geführte Canyoning-Touren sind meist weniger anspruchsvoll, sodass auch Menschen mit geringen Kletterfähigkeiten die Natur einer Schlucht aus ungewohnter Perspektive erleben können.

(17) Gut, T. (2002). Canyoning Handbuch. Bielefeld: Reise Know-How Verlag Peter Rump GmbH.

(18) Fernsebner, G. & Huber, W. (1998). Faszination Wildwasser: Wildwasserschwimmen, Rafting, Canyoning; Gefahren – Sicherheiten – Rettung. Wien: Tyrolia-Verlag

Der Preis für eine Canyoning-Tour ist abhängig vom Veranstalter, dem Schwierigkeitsgrad und der Dauer der Tour. Es ist ratsam, explizit darauf zu achten, dass der Anbieter einen geprüften Guide, eine umfassende Einweisung und die Ausrüstung zur Verfügung stellt.

Selbst mit dem Anstieg des Interesses am Abenteuertourismus' bleibt der Marktanteil des Nischenprodukts eher klein. In diesem Segment werden von etwa 10 - 15 % der deutschen Bevölkerung über 14 Jahre hauptsächlich Kurzurlaube in Erwägung gezogen oder gebucht (19).

(19) Fuchs, T.(2003). Canyoning – Aspekte des Abenteuersporttourismus in der Erlebnisgesellschaft. München: Wien: Profil.

Ein Veranstalter von Canyoning-Touren in der Region Sóller auf Mallorca bietet unter dem Motto „Abenteuer im traumhaften Norden Mallorcas“ Tagestouren an. Da sich in der Region lediglich ein ortsansässiger Veranstalter befindet, lässt sich die Philosophie, den Menschen die Natur ohne Stress und Hektik näherzubringen, von den Guides optimal vermitteln. Zudem entzerrt sich die Nachfrage durch das große naturräumliche Potenzial, sodass man während einer Tagestour selten anderen Canyonisten begegnet (20).

(20) Fuchs, T.(2003). Canyoning – Aspekte des Abenteuersporttourismus in der Erlebnisgesellschaft. München: Wien: Profil.

Zwar ist das Hauptmotiv der Deutschen, die nach Österreich verreisen, immer noch die Suche nach Entspannung und Gemütlichkeit in der Natur, doch auch Abenteuer- und Natursportler*innen zieht es dorthin. Zunächst fand man hier am Rafting Gefallen, aber mit der weiteren Ausdifferenzierung der Sportarten auf dem Fluss fasste auch das Canyoning Fuß. Das Angebot ist mittlerweile so weit entwickelt, dass sich in der Region ca. 35 Veranstalter angesiedelt haben. Hier besteht also eine recht große Auswahl an Halbtages- und Tagestouren, die sämtliche Schwierigkeitsgrade abdecken (21).

(21) Fuchs, T.(2003). Canyoning – Aspekte des Abenteuersporttourismus in der Erlebnisgesellschaft. München: Wien: Profil.