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Skaten

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aller verkauften Skates um die Jahrtausendwende wurden von Erwachsenen im Bereich Fitness- und Freizeit-Skating genutzt.
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der Straßenverkehrsordnung besagt, dass Inline-Skates "andere Fortbewegungsmittel" oder "Spielgeräte" sind.
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Mitglieder zählte der Deutsche Rollsport und Inline Verband e.V. 2018.
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wurden die ersten Inline-Skates nach dem Vorbild des Schlittschuhs gebaut.
In den
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Jahren boomte das Inline-Skating in Deutschland.

Inline-Skating ist eine Sportart und Fortbewegungsmöglichkeit auf einspurigen Rollschuhen, die auch Inline-Skates genannt werden. In den 1990er-Jahren entwickelte sich dieser Sport sehr schnell, sodass man um die Jahrtausendwende rund 12 Mio. aktive Skater*innen in Deutschland und 38 Mio. in den USA zählte (1).

Sanftes Dahingleiten durch die Natur, das mit dynamischer Bewegung kombiniert ist, stellt den besonderen Reiz für die Sportler*innen dar. Zudem bietet das Skaten ein abwechslungs- und erlebnisreiches Training (2). Beim Touren-Skaten erleben Sportler*innen ihre Umwelt auf besonders intensive Weise, da die Konzentration allgemein hoch ist, um Stürze durch Unachtsamkeit zu vermeiden (1).

(1) Günther, P. (2002). Inline Skating. Bielefeld: Reise Know-How Verlag Peter Rump GmbH.

(2) Hoos, O., Baumgartner, S. (2001). Fitness-Skating. München: BLV Verlagsgesellschaft mbH.

Da das Inline-Skaten auf glatte Oberflächen wie Straßen, Gehwege oder andere asphaltierte Wege angewiesen ist, gibt es keine umweltspezifischen Verhaltensregeln oder solche, die dem Naturschutz dienen.

Zu Ihrem eigenen Schutz und dem anderer Verkehrsteilnehmer berücksichtigen Sie folgende „Gebote“ für Inlineskater*innen:

  1. Tragen Sie immer vollständige Schutzausrüstung.
  2. Lernen Sie schnell, sicher und rechtzeitig zu bremsen.
  3. Verlieren Sie nie die Aufmerksamkeit. Seien Sie anderen gegenüber achtsam und zuvorkommend.
  4. Skaten Sie vorausschauend und riskieren Sie niemals, die Kontrolle zu verlieren.
  5. Fahren Sie auf der rechten Seite.
  6. Überholen Sie auf der linken Seite und machen Sie auf sich aufmerksam.
  7. Meiden Sie Strecken mit starkem Fußgänger- oder Radverkehr.
  8. Lassen Sie im Zweifelsfall anderen Vorrang.
  9. Fahren Sie nicht auf öffentlichen Straßen.
  10. Reduzieren Sie beim Skaten auf dem Bürgersteig die Geschwindigkeit und seien Sie stets bremsbereit.
  11. Meiden Sie nasse, ölige, sandige und staubige Wege.
  12. Seien Sie stets anderen Skatern ein Vorbild (3).

(3) Hoos, O., Baumgartner, S. (2001). Fitness-Skating. München: BLV Verlagsgesellschaft mbH.

Der Deutsche Rollsport und Inline Verband e.V. (DRIV), ehemals Deutscher Rollsportbund, besteht aus den Sportkommissionen Rollkunstlauf, Inline-Fitness und Speedskating, Rollhockey, Inline-Skaterhockey, Inlinehockey, Skateboard, Inline-Alpin und -Downhill sowie Rollerderby. Auf nationaler Ebene ist er im DOSB organisiert (4). Derzeit weist der Verein steigende Mitgliederzahlen auf. 2019 sind es an die 37.900 Mitglieder (5).

Der DRIV trägt mit steigender Zahl der Sportler*innen auch eine Verantwortung, um Skating sicherer zu machen und Unfälle zu vermeiden. Es besteht aus seiner Sicht daher eine Notwendigkeit, das Inline-Skating als Bestandteil der Sportausbildung an Schulen zu etablieren und Kurse in Vereinen anzubieten, die die Grundtechniken vermitteln (4).

(4) Deutscher Rollsport und Inline Verband e.V. (DRIV). (2019). Chronik. Zugriff am 29.10.2019 unter: https://driv.de/verband/chronik/

(5) Statista. (2019). Mitgliederzahl des Deutschen Rollsport und Inline Verbandes von 2002 bis 2019. Zugriff am 29.10.2019 unter: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/221509/umfrage/mitgliederzahl-des-deutschen-rollsport-und-inline-verbandes/

Laut § 24 der Straßenverkehrsordnung sind Inline-Skates „andere Fortbewegungsmittel“ oder „Spielgeräte“:

  1. Schiebe- und Greifreifenrollstühle, Rodelschlitten, Kinderwagen, Roller, Kinderfahrräder, Inline-Skates, Rollschuhe und ähnliche nicht motorbetriebene Fortbewegungsmittel sind nicht Fahrzeuge im Sinne der Verordnung. Für den Verkehr mit diesen Fortbewegungsmitteln gelten die Vorschriften für den Fußgängerverkehr entsprechend (6a).

Inline-Skates sind also Spielgeräte, dementsprechend dürfen Skater*innen juristisch gesehen nur auf Gehwegen, in Spielstraßen und Fußgängerzonen fahren (dort, wo Kinder spielen). Hier gilt allerdings eine starke Geschwindigkeitsbeschränkung (7). Zudem dürfen Skater*innen auf Radwegen, Fahrradstraßen und Fahrbahnen fahren, die mit dem Verkehrsschild „Inline-Skaten zugelassen“ ausgestattet sind (8).

§ 31 Sport und Spiel

  1. Sport und Spiel auf der Fahrbahn, den Seitenstreifen und auf Radwegen sind nicht erlaubt. Satz 1 gilt nicht, soweit dies durch ein die zugelassene Sportart oder Spielart kennzeichnendes Zusatzzeichen angezeigt ist.

Durch das Zusatzzeichen (s. unten) wird das Inline-Skaten und Rollschuhfahren zugelassen. Das Zusatzzeichen kann auch allein angeordnet sein. Wer sich dort mit Inline-Skates oder Rollschuhen fortbewegt, hat sich mit äußerster Vorsicht und unter besonderer Rücksichtnahme auf den übrigen Verkehr am rechten Rand in Fahrtrichtung zu bewegen und Fahrzeugen das Überholen zu ermöglichen (6b).

Auf Rad- und Fußwegen, Landwirtschaftswegen und Promenaden werden Skater*innen geduldet, solange sie niemanden gefährden (7). Im Falle eines Unfalls läge die Schuld meist bei den Skater*innen. Zum richtigen Verhalten können folgende Richtlinien genannt werden:

  • Skater*innen gehören auf den Gehweg, dürfen Fußgänger*innen aber nicht behindern.
  • Die Höchstgeschwindigkeit von ca. 7 km/h auf dem Gehweg muss eingehalten werden.
  • Fußgänger*innen haben immer Recht.
  • Das Rechtsfahrgebot gilt auf dem Gehweg, überholt wird links.
  • Fahren auf Fuß/Rad-Kombiwegen wird geduldet, wenn niemand behindert wird.
  • Radwege dürfen nicht befahren werden.
  • Das Befahren von Bahnanlagen ist verboten (7).

(6a) § 24 Straßenverkehrsordnung (StVO) v. 06.03.2013 (BGBl. I S. 367), zuletzt geändert 06.10.2017 (BGBl. I S. 3549). Zugriff am 29.10.2019 unter: https://www.stvo.de/strassenverkehrsordnung/107-24-besondere-fortbewegungsmittel

(6b) § 31 Straßenverkehrsordnung (StVO) v. 06.03.2013 (BGBl. I S. 367), zuletzt geändert 06.10.2017 (BGBl. I S. 3549). Zugriff am 29.10.2019 unter: https://www.stvo.de/strassenverkehrsordnung/185-31-sport-und-spiel

(7) Günther, P. (2002). Inline Skating. Bielefeld: Reise Know-How Verlag Peter Rump GmbH.

(8) ADAC e.V. (2010). Inline Skating: Auf Rollen unterwegs. ADACsignale, Ausgabe 33, S. 1–8.

Das Skaten mit regulären Inline-Skates ist lediglich auf glatten Oberflächen wie Straßen, Gehwegen oder andere asphaltierten Wegen möglich. Eine besondere Entwicklungsform der Skates ermöglicht auch das Offroad-Skaten, also die Fortbewegung mit den Skates auf Wiesen, Wald- und Forstwegen. Hierfür sind spezielle Skates nötig, die größere, luftgefüllte Gummirollen besitzen und somit Hindernisse wie Schlaglöcher und Schotterwege überwinden können (9).

Skater*innen bewegen sich außerhalb von geschlossenen Ortschaften auf Geh- und Radwegen. Damit kann eine Parallele zu Radfahrer*innen gezogen werden. Auch Radfahrer*innen sind auf entsprechende Infrastruktur angewiesen (10). (Rad-)Wege sollten so eben wie möglich sein und keine Hindernisse aufweisen. Ein zusammenhängendes Wegenetz durch verkehrsberuhigte Gebiete und abwechslungsreiche Landschaften wird generell als angenehm empfunden, gerade bei Touren in Gruppen oder mit der Familie. Wenn die Route zudem an attraktiven Aussichtspunkten, Rastplätzen, Gaststätten oder sonstigen Besonderheiten der Region vorbei führt, steigt der touristische Wert einer solchen Route nochmals.

(9) Hoos, O., Baumgartner, S. (2001). Fitness-Skating. München: BLV Verlagsgesellschaft mbH.

(10) Mann, C. (2006). Konflikte in Erholungsgebieten – Ursachen, Wirkungen und Lösungsansätze. Remagen: Verlag Dr. Kessel.

Da Inline-Skater*innen im urbanen Raum und im Naturraum ausschließlich vorhandene Infrastruktur nutzen, sind keine oder nur geringfügige Auswirkungen zu erwarten.

Die Erholungsfunktion des Waldes hat einen hohen Stellenwert, daher wird das Betretungsrecht generell weit gefasst (11). Somit darf man sich zu Erholungszwecken auch mit den Skates im Wald bewegen, sofern Wege vorhanden sind, die dies erlauben.

Bei der Planung von (Rad-)Wegen sollte der Einfluss auf die Natur (neben der Scheuchwirkung u.a. auch Zerschneidung von Lebensräumen und Kollisionsgefahr mit Tieren) nicht unterschätzt werden. Hohe Geschwindigkeiten auf schmaleren Wegen verringern die Fluchtdistanzen für Wildtiere in ihrem Lebensraum. Auf bekannten Flächen oder Wegen ist das Wildtier durchaus in der Lage, sich auf regelmäßige Störungen einzustellen (11).

(11) Kreisjägervereinigung Backnang e.V. (2013). Zwei-Meter-Regelung beibehalten. Zugriff am 29.10.2019 unter: http://www.kjv-bk.de/wp-content/uploads/2014/11/radfahren.pdf

Wie im Abschnitt 2.4 Rechtliche Grundlagen bereits genannt, dürfen Skater*innen hauptsächlich auf Gehwegen fahren. Je nach Frequentierung des Bürgersteigs und der Geschwindigkeit der Skater*innen kann es hier zu Konflikten kommen. Fußgänger*innen können durch Inline-Skater*innen erschreckt werden oder sich behindert fühlen. Hier hilft es, sich bemerkbar zu machen und höflich miteinander zu kommunizieren, um gegenseitiges Verständnis zu fördern (12).

Beim Inline-Skaten kann es zudem zu schweren Verletzungen kommen, vor allem wenn die Fahrer*innen die Fahr-, Brems- und Falltechniken nicht sicher beherrschen. Dies hängt damit zusammen, dass auch Anfänger*innen hohe Fahrgeschwindigkeiten erreichen und die Kontrolle verlieren können (13). Nach einer Unfallstatistik des ADAC  passieren 35 % der Unfälle auf Gehwegen, 27 % auf Straßen, 25 % auf Parkanlagen und 4 % auf Radwegen. Die Unfallursachen (Mehrfachnennung war möglich), die direkt oder indirekt mit anderen Verkehrsteilnehmer*innen zusammenhängen können, sind mit 85 % Ausweichmanöver und mit 8 % eine Kollision (14). Eine Studie zum Verletzungsmuster beim Inline-Skaten stellte ebenfalls dar, dass Kollisionen mit anderen Personen oder Verkehrsmitteln relativ selten sind. In wenigen Fällen kommt es zu Zusammenstößen mit Radfahrern und Autos oder es geschehen Unfälle bei dem Versuch, entgegenkommenden Verkehrsteilnehmern auszuweichen (13).

Eine weitere Möglichkeit, um den Sport auszuüben, ohne andere zu behindern, stellen große Parkplätze dar, die bspw. an Sonn- und Feiertagen wenig frequentiert oder für Autos gesperrt sind. Hier bietet sich meist eine gute Trainingsfläche für Skater*innen. Es ist jedoch ratsam, vorab die Eigentümer*innen der Fläche um Erlaubnis zu bitten, da es sonst zu Konflikten führen kann (12).

(12) Hoos, O., Baumgartner, S. (2001). Fitness-Skating. München: BLV Verlagsgesellschaft mbH.

(13) Gossel, A.(2003). Verletzungsmuster, Folgeschäden und Prophylaxe beim Inline-Skaten. Zugriff am 29.10.2019 unter: http://www-brs.ub.ruhr-uni-bochum.de/netahtml/HSS/Diss/GosselAnja/diss.pdf

(14) ADAC e.V. (2010). Inline Skating: Auf Rollen unterwegs. ADACsignale, Ausgabe 33, S. 1–8.

Inline-Skates gab es bereits im 18. Jahrhundert. Sie wurden nach Vorbild des Schlittschuhs gefertigt (15). Als das Eislaufen populär wurde und schon Wettkämpfe stattfanden, wurde nach einer Alternative für den Sommer gesucht. So setze der Belgier J. Merlin ca. 1760 erstmals Metallrollen für die Rollerskates ein (16).

Zuerst gab es die einspurigen Skates, später – um 1852 – dann auch Skates mit zweimal zwei Rollen an zwei Achsen. Das waren die ersten Rollerskates, die vor allem in den 1980er-Jahren unter dem Namen Discoroller bekannt wurden (16).

Zunächst wurden diese Rollschuhe immer bekannter; erst als Polyurethanrollen, ein Fersenstopper sowie ein fester Schuh aus Kunststoff an der Schiene der Skates befestigt wurden, gelang den Inline-Skates der Durchbruch (16). Die Firma Rollerblade Inc. wurde gegründet, kaufte Anfang der 1980er-Jahre das Patent an den Skates und entwickelte sie weiter. Dieses Modell wurde dann schließlich massentauglich (15).

Das Fitness-Skating erlebte in den 1990er-Jahren einen Boom. Es entwickelte sich zunächst zum Trendsport und später zu einem Breiten-, Fitness- und Leistungssport. Um die Jahrtausendwende wurden schließlich 80 % aller verkauften Skates von Erwachsenen im Fitness- und Recreation-Bereich eingesetzt. Durch den DRIV und die Aufnahme in den DSB wurden Wettkämpfe im Skating-Bereich ermöglicht (17).

(15) Günther, P. (2002). Inline Skating. Bielefeld: Reise Know-How Verlag Peter Rump GmbH.

(16) Bodensee-Skating. (2018). Erfindung der Inlineskates. Zugriff am 29.10.2019 unter: https://www.bodensee-skating.de/erfindung-inlineskates.php

(17) Hoos, O., Baumgartner, S. (2001). Fitness-Skating. München: BLV Verlagsgesellschaft mbH.

Rollkunstlauf

Das Rollkunstlaufen ähnelt stark dem Eiskunstlaufen. Besonders im Süden Europas und in den USA ist diese Variation beliebt. Es werden Wettkämpfe in den Bereichen Einzel, Tanz, Paarlauf und Formationslauf ausgetragen (18).

Rollhockey

Rollhockey ist eine Mannschaftssportart, die hauptsächlich mit den traditionellen Rollschuhen ausgeübt wird. Inline-Skates sind ebenfalls zugelassen.

Auf dem 20 m x 40 m großen Feld spielen zwei Mannschaften à vier Feldspieler*innen und einem/einer Torhüter*in zweimal 25 Min. um den Sieg (18).

Inline-Skaterhockey

Inline-Skaterhockey bekam durch den Inline-Boom der 90er-Jahre einen Aufschwung. Gespielt wird mit einem Hartgummiball (Gewicht ca. 100 g), wodurch es sich auch vom Inlinehockey unterscheidet. Eine weitere Variation hiervon ist das Streethockey, das auf Straßen und Parkplätzen betrieben werden kann. Erlaubt sind Rollschuhe und Inline-Skates. Die Spielregeln sind an die des Eishockeys angelehnt (18).

Inlinehockey

Für das Inlinehockey, das 1996 von Nordamerika nach Europa kam, sind ausschließlich Inline-Skates als Sportgerät zugelassen. Gespielt wird mit einem Straßenpuck, der über kleine Kugeln auf der Unterseite verfügt, die die Gleitfähigkeit erhöhen.

Seit 1997 wird Inlinehockey vom DRIV organisiert, bei dem über 2.000 Spieler*innen gemeldet sind (18).

Speedskating

Das Speedskating ist im Prinzip die Steigerung des Recreational und Fitness-Skating, was von einem großen Teil der Inline-Sportler*innen betrieben wird. Aufgrund des wirtschaftlichen Interesses der Industrie hat sich in Deutschland eine eigene Marathonszene entwickelt.

In Deutschlands Großstädten gehen bei zahlreichen Marathonläufen immer häufiger auch die Inline-Skater*innen an den Start. Hier finden sich bereits mehrere tausend Inline-Skater*innen – Tendenz steigend (18).

Skateboard, Inline und Alpin

In dieser Sportkommission finden sich Inline Alpin Skater*innen - von Slalom oder Riesenslalom Skater*innen, über Downhill Skater*innen zu Skateboarder*innen, Inline Street und Stunt Skater*innen (18).

Skateboard

Das Mitte der 1950er-Jahre in Kalifornien entstandene Skateboard war ursprünglich nicht mehr als eine Mischung aus Surfbrett und Rollschuhen. Anfangs kamen die Skater*innen auch hauptsächlich aus Surfergemeinschaften. Erst Mitte der 1970er-Jahre erhielt das Skateboarden einen Aufschwung. Boards wurden in Masse produziert und Skateparks gebaut, um eine kontrollierte und überschaubare Umgebung zu schaffen. Nachdem der Hype einige Jahre später wieder vorbei war, entwickelte sich die Szene mit den noch aktiven Skater*innen zu einer Subkultur (19).

Weitere Variationen

Recreational Skating (Freizeit-Skating), Inline Touring (lange und ausgedehnte Touren), City Skating, Wind Skating (mit Segel an einem Skate), Offroad Skating (größere Rollen, luftgefüllt), Downhill-Skaten (mit speziellem Bremssystem), Aggressive Skating (Street, halfpipe, vert, miniramp), Freestyle (dancing, artistic, Slalom), Inline Basketball (20).

(18) Deutscher Rollsport und Inline Verband e.V. (o.J.). Chronik. Zugriff am 29.10.2019 unter: https://driv.de/verband/chronik/

(19) Powell, B. (2008). Skateboard: Die besten Moves und Tricks (Originaltitel: Skateboarding Skills – The Rider’s Guide). Bielefeld: Delius, Klasing & Co. KG..

(20) Günther, P. (2002). Inline Skating. Bielefeld: Reise Know-How Verlag Peter Rump GmbH.

Fitness-Skating bietet für Anfänger*innen einen sanften Einstieg in den Ausdauersport. Die positiven Einflüsse auf den Körper sind vielseitig: Der Fettstoffwechsel wird günstig beeinflusst, die Ausdauer verbessert, das Gewebe straffer, die Kondition und Koordination sowie der Gleichgewichtssinn werden geschult. Das Skaten stellt zudem eine gelenkschonende Fortbewegungsart dar (21). Die körperliche Beanspruchung ist beim Speedskaten geringer als beim Laufen, da die Bewegungen harmonisch und schonend sind. Gleichzeitig wird die Kraftausdauerfähigkeit der Beinmuskulatur gefördert. Werden Grundtechniken beherrscht, können längere Skatingstrecken in Angriff genommen werden, was Erfolgserlebnisse verspricht (22).

Bei Kindern und Jugendlichen ist das Motiv ein anderes: "Skaten ist einfach cool". Sowohl das Inline-Skaten als auch das Skateboarden ist ein Ausruck von Lebensgefühl, Freiheit und Individualität (21). Skaten fasziniert aber auch durch seine hohen Geschwindigkeiten, sei es auf der 200-Meter-Bahn oder auch beim Marathon auf der Straße. Beim Berlinmarathon liegen die Zeiten für die Sieger*innen inzwischen unter einer Stunde.

(21) Hoos, O., Baumgartner, S. (2001). Fitness-Skating. München: BLV Verlagsgesellschaft mbH.

(22) Zapf, J. (o.J.). Inlineskating für Ausdauersportler. Zugriff am 29.10.2019 unter https://www.loges.de/de/service/magazin/inlineskating-eine-sinnvolle-alternative-fuer-ausdauersportler/

Besonders wichtig beim Skaten ist die Ausrüstung. Hand-, Ellenbogen- und Knieschützer sowie ein Helm gehören zu einem Skate-Ausflug dazu.

Körperlich erfordert Inline-Skaten viel Aufmerksamkeit: Die Fahrbahn muss immer im Auge behalten werden, um Stolperfallen zu entdecken, was eine hohe Anforderung an die Konzentration und Koordination stellt. Hier können Konditionsübungen (Kraft, Beweglichkeit, Ausdauer) vorbereitend oder unterstützend zum Training wirken, da sie die Koordination der Bewegungen verbessern und somit für mehr Sicherheit sorgen.

Essenziell ist außerdem das Üben der richtigen Technik für das Fahren, Fallen und Bremsen. Auch das Wetter spielt beim Skaten eine zentrale Rolle, denn eine nasse, rutschige Fahrbahn kann den Sportler*innen schnell zum Verhängnis werden (23).

(23) Günther, P. (2002). Inline Skating. Bielefeld: Reise Know-How Verlag Peter Rump GmbH.

Jede*r neunte Deutsche ab 14 Jahren skatet regelmäßig in seiner Freizeit. Unter den Skater*innen sind sowohl Männer als auch Frauen zu finden (24). 2019 skaten 1,08 Mio. Deutsche häufig und 6,51 Mio. ab und zu. Die Zahlen sind seit 2015 einigermaßen stabil (25).

Für einen Schuh mit guter Qualität ist mit einem Preis ab ca. 140 € aufwärts zu rechnen (24).

(24) Zapf, J. (o.J.). Inlineskating für Ausdauersportler. Zugriff am 29.10.2019 unter: https://www.loges.de/de/service/magazin/inlineskating-eine-sinnvolle-alternative-fuer-ausdauersportler/

(25) Statista. (2019). Anzahl der Personen in Deutschland, die in der Freizeit Inline- oder Rollerskaten, nach Häufigkeit von 2015 bis 2019 (in Millionen). Zugriff am 29.10.2019 unter: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/171140/umfrage/haeufigkeit-von-inlineskaten-in-der-freizeit/

Zwischen dem früheren Tagebau Bergheim und dem Tagebau Hambach ist aus der ehemaligen Abraumbandtrasse ein Rad- und Freizeitweg entstanden - der "Speedway: terra nova". Der rund 14 km lange Weg führt unter Brücken hindurch über einen Bach und bietet dabei schöne Ausblicke in die Landschaft. Er kann mit dem Fahrrad, mit Inline-Skates oder zu Fuß genutzt werden und verbindet Bergheim, Bedburg und Elsdorf, wobei jeder Ortsteil am Wegesrand über eine Anbindung an den Weg verfügt.

Die Fernbandanlage, die seit den 1980er-Jahren hier verlief, transportierte Abraum, mit dem die Tagebaue Frechen, Fortuna und Bergheim verfüllt wurden. Mit dem Regionale-2010-Projekt „Terra Nova“ wurde die Umgestaltung der Trasse zu einem grünen „Biosphärenband“ in Angriff genommen. Auch für die Randbereiche des „Speedways“ ist ein Bepflanzungskonzept geplant: Wildwiesen, Kiefernhaine, Sumpfzypressen und Riesenadlerfarne sollen hier einen Platz finden. Des Weiteren haben sich am Wegesrand über einige Zeit große Pfützen gebildet, die als Tümpel für Kröten dienen (26).

(26) Wonnemann, B. (2011). Terra Nova: Per „Speedway“ an den Tagebau. Kölner Stadt-Anzeiger.

Am Bodensee befinden sich sehr gut ausgebaute Streckenabschnitte, die sich für Skater*innen jedes Erfahrungslevels eignen. Sowohl für Anfänger*innen als auch für Profis ist hier eine Strecke zu finden. Diese Strecken ergeben sich durch die vielen Schiffsanlegestellen rund um den Bodensee. Streckenlänge und Fahrzeit können so beliebig kombiniert werden. Rund um den Bodensee befinden sich Aussichten auf die Uferlandschaften und gemütliche Dörfer. Zudem gibt es verschiedene Inline-Skating-Wettbewerbe, die jährlich ausgetragen werden (27).

(27) Bodensee-Skating. (2018). Startseite. Zugriff am 29.10.2019 unter: https://www.bodensee-skating.de/

Die Strecke Flaeming-Skate führt durch Wälder, Wiesen und Felder, ungestört vom Straßenverkehr. Die 2-3 m breite, asphaltierte Bahn führt auf rund 230 km durch das Niedere Fläming und Baruther Urstromtal. Auf den 8 Rundkursen, unweit von Berlin, kann Natur aktiv erlebt werden.

Ein neues Konzept zur Vermarktung des Weges, das 2018 von Studierenden der Hochschule Eberswalde gemeinsam mit dem Landkreis Teltow-Fläming und der Unterstützung des Tourismusverbandes erarbeitet wurde, soll einen Mehrwert für die Region und die Besucher*innen schaffen (28).

Zudem befindet sich die Skate-Arena Jüterbog an der Flaeming-Skate. Hier gibt es eine ovale Bahn von 200 m Länge und 5,85 m Breite, ein Hockeyfeld von 20 m x 40 m und einen Straßenkurs, der Links- und Rechtskurven sowie Steigungen und Abfahrten beinhaltet. Er ist auch aufgrund seiner Größe für den Wettkampfbetrieb geeignet. Des Weiteren gibt es in der Arena eine digitale Zeiterfassung, eine Beschallungsanlage und eine Flutlichtanlage (29).

(28) Landkreis Teltow-Fläming. (2019). Strecken: Kurz oder lang, eben oder anspruchsvoll – Sie haben die Wahl! Zugriff am 29.10.2019 unter: http://www.flaeming-skate.de/de/strecken.php

(29) Landkreis Teltow-Fläming. (2019). Skate-Arena Jüterbog. Zugriff am 29.10.2019 unter: http://www.flaeming-skate.de/de/skaten/skate-arena.php