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Trekking

In den 0er
Jahren wurde das Trekking zunehmend beliebter und entwickelte sich zu einer populären Freizeitaktivität.
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ist die durchschnittliche Distanz, die bei Mehrtageswanderungen in Deutschland zurückgelegt wird.
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des Körpergewichts sollte der Rucksack bei einer Trekkingtour maximal schwer sein, um nicht zu starke körperliche Belastungen hervorzurufen.
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Ausdauertraining wird empfohlen, um sich optimal auf eine Trekkingtour vorzubereiten.
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Müll haben sich in den letzten 60 Jahren auf dem Mount Everest angesammelt.
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wollen vor allem die Natur beim Trekking genießen.

Trekking ist im Allgemeinen eine Ausprägungsform des Wanderns bzw. im engeren Sinne eine alpinistische Disziplin, welche sich aus dem Bergsport entwickelt hat. Generell leitet sich das Wort Trekking vom niederländisch-deutschen Sprachgebrauch trek ab, welches eine Wanderung in bislang unbekannte und unbewohnte Gebiete beschrieb. Auch heute bezeichnet man besonders, „das mehrtägige Wandern über größere Distanzen“ (1) auf „markierten oder unmarkierten Strecken“ (2) als Trekking. In Deutschland wird bei Mehrtageswanderungen durchschnittlich eine Distanz von 18,7 km zurückgelegt (3).

Trekking unterscheidet sich vom Wandern vor allem darin, dass man sich über einen längeren Zeitraum und in intensivierter Form in meist gebirgigen Regionen fortbewegt und sich dabei intensiv mit der Kultur und Landschaft auseinandersetzt. Anders als beim Expeditionsbergsteigen ist jedoch nicht die Besteigung eines Gipfels, sondern vielmehr der alleinige Weg das Ziel (4).

(1) Banzhaf, B. R. (2003). Trekking. Ein Praxisbuch für Einsteiger und Fortgeschrittene. München: Bruckmann Verlag.

(2) Marais, J. (2004). Trekking. Planung Ausrüstung Durchführung. Stuttgart: Pietsch Verlag.

(3) Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. (2010). Forschungsbericht: Grundlagenuntersuchung Freizeit- und Urlaubsmarkt Wandern – Langfassung. Berlin: Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.

(4) Dietl, K. (2000). Unfallhaftung beim Expeditions- und Trekkingbergsteigen. Frankfurt am Main: Peter Lang, Europäischer Verlag der Wissenschaften.

Aufgrund der Tatsache, dass Trekking meist in möglichst naturbelassenen und unberührten Naturräumen durchgeführt wird, sollten bestimmte Verhaltensregeln beachtet werden, da naturbelassene Landschaften oftmals sehr sensible Gebiete darstellen. Durch das Befolgen der folgenden Grundregeln kann aktiv ein Beitrag zum Naturschutz geleistet werden.

  1. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln statt mit dem eigenen PKW anreisen;
  2. Abfall und Einwegverpackungen so weit wie möglich vermeiden und Müll auf keinen Fall in der Natur entsorgen;
  3. Lärm oder laute Musik besonders zu Dämmerungszeiten vermeiden, da hier etliche Wildtiere aktiv und sehr störanfällig sind;
  4. Naturtoilette mindestens 50 m von Gewässern entfernt graben (und Toilettenpapier in Müllbeuteln mitnehmen) (5);
  5. Besonders empfindliche Lebensräume meiden, wie z.B. Übergangsbereiche zwischen Wald und Wiesen, lockere Baumbestände, Wildwechsel, Bereiche mit vielen Wildnisspuren, Auen an Flüssen, Heidekrautfluren und Moorlandschaften;
  6. Auf den vorgesehenen Wegen bleiben und Wege- sowie Hinweisschilder beachten;
  7. Vorgeschriebene Routen nicht abkürzen, um einen aktiven Beitrag zum Erosionsschutz zu leisten;
  8. Nach dem Biwakieren den ursprünglichen Zustand der Natur möglichst wiederherstellen oder sogar verbessern, indem auch fremder Müll mitgenommen wird;
  9. Beim Kauf von wanderbezogener Ausrüstung auf eine nachhaltige Herstellung achten (6, 7, 8, 9).

(5) Peters, U., Raab, K. (2018). Outdoor Handbuch. How to Shit in the Woods. Welver: Conrad Stein Verlag.

(6) Seifert-Rösing, I. (2011). Wanderwissen von A bis Z. Stuttgart: Verlag Pietsch.

(7) Marais, J. (2004). Trekking. Planung Ausrüstung Durchführung. Stuttgart: Pietsch Verlag.

(8) Schrag, K. (2006). Alpin-Lehrplan 1. Bergwandern – Trekking. München: BLV Buchverlag GmbH & Co. KG.

(9) Deutscher Alpenverein e.V. (DAV) (2010). Zelten und Biwakieren in den Bergen, Zugriff am 06.08.2020 unter: https://www.alpenverein.de/chameleon/public/16779/zelten_und_biwakieren_in_den_bergen_16779.pdf

Da Trekking im engeren Sinne eine Ausprägungsform im Bergsport bzw. eine spezielle Form des Wanderns ist, gibt es keine separate Organisationsstruktur für das Trekking. Vielmehr wird es innerhalb der bestehenden Organisationsstrukturen im Bereich Wandern und Bergsport eingegliedert (10). So wird Trekking auf Orts-, Kreis- und Regionalebene in der nahen Umgebung meist von Wander-, Bergsteiger- und Klettervereinen geregelt. Zu den Aufgabenbereichen zählen unter anderem die Pflege und die Markierung von Routen sowie Natur- und Umweltschutzaufgaben. Ebenfalls haben sich die meisten regionalen Vereine einem überregionalen Wanderverein angeschlossen bzw. sind Mitglied im Deutschen Wanderverband e.V. (DWV).

Da Trekking besonders oft im alpinen Raum in Deutschland stattfindet, sind vor allem die alpinen Vereine von Bedeutung, welche sich an die regionalen Wandervereine anschließen. Im Rahmen der alpinen Vereine werden unter anderem die Ausbildung in Kletter- und Lawinenkunde sowie Ausbildungen zu Bergführer*innen durchgeführt. Wie die Wandervereine sind auch die regionalen alpinen Vereine in einer überregionalen Vereinsstruktur, dem Deutschen Alpenverein e.V. (DAV), zusammengeschlossen. Zusätzlich ist der DAV im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) organisiert (11).

(10) Harder, G. (2006). Wandern. Bergwandern. Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag.

(11) Dreyer, A., Menzel, A., Endreß, M. (2010). Wandertourismus – Kundengruppen, Destinationsmarketing, Gesundheitsaspekte. München: Oldenbourg Verlag.

Betreten der Landschaft
Allgemein wird durch § 14 Abs. 1 des BWaldG geregelt, dass die Betretung des Waldes zum Zwecke der Erholung gestattet ist, jedoch auf eigene Gefahr, besonders in Bezug auf die waldtypischen Gefahren, erfolgt. Zu waldtypischen Gefahren zählen unter anderem abbrechende Äste, umstürzende Bäume, Schlaglöcher, hervorstehende Steine auf Feld- und Waldwegen, Steinschlag, Glatteis, Schneeverwehungen und Lawinen (12). Eine Ausweitung diesbezüglich findet sich im Rahmen des § 7 Abs. 1 Nr. 3 BNatSchG wieder, der besagt, dass ebenfalls die „natur- und landschaftsverträgliche sportliche Betätigung in der freien Landschaft gestattet ist, soweit dadurch die sonstigen Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege nicht beeinträchtigt werden“. Insgesamt muss jedoch darauf geachtet werden, dass Beschränkungen des Betretungsrechts in der freien Landschaft von Landesnaturschutzgesetzen, Verordnungen, Satzungen und Einzelanordnungen jederzeit vorkommen können. Um Konflikte zu vermeiden, sollten die Hinweis- und Wegeschilder auf den Trekkingwegen befolgt werden (13). Weitere Regularien zur Thematik sind unter https://natursport-umwelt-bewusst.de/download/2269/ zu finden.

Campieren/Camping
In Deutschland ist grundsätzlich das Campieren in der freien Landschaft verboten und nur gemäß § 22 Abs. 4 Nr. 3mit der Zustimmung des Waldbesitzers zulässig“ (14). Jedoch gibt es Ausnahmeregelungen bezüglich Gebirgstouren, bei welchen eine Übernachtung unumgänglich ist und lange Tradition hat. In § 22 Abs. 1 Satz 2 des Brandenburgischen Ausführungsgesetzes zum BNatSchG ist z.B. geregelt, dass Fuß-, Rad-, Reit- und Wasserwanderer in der freien Landschaft für eine Nacht Zelte aufstellen dürfen. Auch hier sind jedoch Gebiete, die aufgrund des Naturschutzes Übernachtungen verbieten, von dieser Regelung ausgenommen. Bezüglich des Campierens ist es daher unbedingt notwendig, sich vor dem Antritt des Treks über die jeweiligen regionalen Regelungen und Gesetze zu informieren. Häufig bieten Tourismusregionen auch „Trekkingplätze“ an, auf denen das Zelten nach vorheriger (meist gebührenpflichtiger) Anmeldung möglich ist. Eine Übersicht über derartige „Trekkingplätze“ ist unter https://lebedraussen.de/trekking-camps-plaetze-deutschland/ zu finden (15).

Biwakieren
Im Gegensatz zum Camping herrscht beim sogenannten Biwakieren, sprich der Übernachtung mittels eines Biwaksacks im Freien ohne Zelt, eine rechtliche Grauzone in Deutschland. Bisher fällt das Biwakieren unter das Betretungsrecht und ist daher gemäß § 14 Abs. 1 des BWaldG zulässig. Jedoch liegt auch die Erlaubnis des Biwakierens im Ermessen der Förster*innen, welchee laut § 31 Abs. 2 des LJagdG Personen dazu auffordern können, den Wald aufgrund einer Störung des Wildes zu verlassen (16).

Feuer machen
In Rheinland-Pfalz ist offenes Feuer bzw. offenes Licht in der freien Landschaft gemäß § 24 Abs. 2 LWaldG nur erlaubt, wenn man einen Mindestabstand von 100 m zu Waldrändern einhält. Die Abstandszahl variiert je nach Bundesland. In Brandenburg beträgt der Mindestabstand nur 50 m. Das Verfeuern von Ästen, Zweigen, ganzen Bäumen oder Büschen ist ausnahmslos verboten. Beim Verlassen des Feuerplatzes müssen das Feuer und auch die Glut erloschen sein und alle anfallenden Abfälle müssen ordnungsgemäß beseitigt werden. Brennende oder glimmende Gegenstände dürfen ebenfalls nur mit dem Mindestabstand vom Waldrand entsorgt werden. Zu offenem Feuer zählen Lager- bzw. Grillfeuer und Campingkocher. Kerzen, Laternen und Fackeln werden dagegen als offenes Licht kategorisiert (17).

Genehmigungen
Neben den gesetzlichen Regelungen sind bei beliebten Trekking-Routen oft auch Genehmigungen notwendig, die bei den entsprechenden Behörden bereits Monate im Voraus beantragt werden müssen (18).

(12) Bundeswaldgesetz vom 2. Mai 1975 (BGBl. I S. 1037), das zuletzt durch Artikel 1 des Gesetzes vom 17. Januar 2017 (BGBl. I S. 75) geändert worden ist.

(13) Bundesnaturschutzgesetz vom 29. Juli 2009 (BGBl. I S. 2542), das zuletzt durch Artikel 1 des Gesetzes vom 15. September 2017 (BGBl. I S. 3434) geändert worden ist.

(14) Landeswaldgesetz (LWaldG) vom 30. November 2000 zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 07.06.2018 (GVBl. S. 127).

(15) Landtag Brandenburg. (2013). Gesetz zur Bereinigung des Brandenburgischen Naturschutzrechts. Zugriff am 06.08.2020 unter: https://www.landtag.brandenburg.de/de/parlament/plenum/gesetzgebung/beschlossene_gesetze_der_5._wahlperiode/414932?skip=60

(16) Deutscher Wanderverband e.V. (DWV) (Hrsg.). (2015). Infosammlung Natursport. Allgemeine und rechtliche Aspekte für die Ausübung von Natursportarten und die Herstellung begleitender Infrastruktur. 1. Auflage.

(17) Landeswaldgesetz (LWaldG) vom 30. November 2000. Landesrecht Rheinland-Pfalz. § 24 LWaldG – Waldbrandschutz. Zugriff am 06.08.2020 unter: http://landesrecht.rlp.de/jportal/portal/t/ibq/page/bsrlpprod.psml/action/portlets.jw.MainAction?p1=x&eventSubmit_doNavigate=searchInSubtreeTOC&showdoccase=1&doc.hl=0&doc.id=jlr-WaldGRPpP24&doc.part=S&toc.poskey=#focuspoint

(18) Marais, J. (2004). Trekking. Planung Ausrüstung Durchführung. Stuttgart: Pietsch Verlag.

Trekking kann prinzipiell in jedem Landschaftsraum ausgeübt werden und setzt je nach Terrain und Klima spezielle Ausrüstung, Risikobereitschaft, Vorbereitung und Kenntnisse voraus. Generell findet Trekking in eher abgelegenen und möglichst naturbelassenen Landschaftsräumen statt. Hierbei faszinieren besonders beeindruckende Landschaften, Geodiversität, wechselnde Wetterbedingungen oder das sogenannte geistige Überleben (19).

Obwohl Trekking meist mit Gebirgen assoziiert wird, gibt es weitaus mehr Naturräume, in denen es bevorzugt durchgeführt wird. Dazu gehören Wüsten, Tropen, Gletscher, Polargebiete, Flüsse, Sümpfe und Vulkane (20). Insgesamt sollte die Wahl der Gebiete jedoch an das persönliche Leistungsniveau sowie an den bestehenden Kenntnisstand angepasst werden. So empfiehlt es sich, zunächst Weitwanderungen oder ausgedehnte Trekkingtouren in heimischen Gefilden zu unternehmen, bevor man sich an hochalpine oder spektakuläre Touren wagt (21).

(19) Różycki, P., Dryglas, D. (2014). Trekking as a phenomenon of tourism in the modern world. Acta Geo turistica, 5(1), S.24–40.

(20) Balli, E., Canoğlu, M. (2017). Identifying motivational factors for trekking activities. Journal of Recreation and Tourism Research, 4(4), S.94–105.

(21) Banzhaf, B. R. (2003). Trekking. Ein Praxisbuch für Einsteiger und Fortgeschrittene. München: Bruckmann Verlag.

Im Gegensatz zum Wandern sind mit dem Trekking oftmals weite Anreisen verbunden, um bekannte Trekking-Routen in Nepal, Peru oder Indien zu begehen (22). Hier entstehen bereits etliche CO2-Emissionen und eine generelle Lärm- und Luftverschmutzung. Ebenfalls muss eine gewisse touristische Infrastruktur vor Ort geschaffen werden, wie z.B. Wege, Besucherzentren und Beherbergungsbetriebe. Durch den Auf- und Ausbau der Infrastruktur werden unter anderem Lärm, Boden-, Wasser-, und Luftverschmutzung sowie eine Zerschneidung der Naturräume und Flächenversiegelung verursacht (23).

Zu den direkten Störfaktoren für die Tierwelt gehören alle Aktivitäten, die eine Verhaltensänderung der Tiere verursachen (24). Hierzu zählen das reine Aufschrecken von Tieren, die konditionelle Schwächung bzw. gesamtheitliche Veränderung der Fitness sowie eine Beeinflussung der Population und des gesamten Ökosystems (25). Auch wenn sich Personen beim Trekking nicht sonderlich laut verhalten, führen die reine Anwesenheit, die natürlichen Geräusche beim Trekking und ebenso die Gerüche dazu, dass Wildtiere sich in ihrem Lebensraum gestört fühlen. Ebenfalls gehören zu den direkten Faktoren die angesprochenen Veränderungen des Landschaftsraums aufgrund des Infrastrukturausbaus. Entscheidend bei diesen Störeinflüssen ist, ob die Wildtiere Möglichkeiten haben, sich an die Veränderungen anzupassen. Bleiben die Personen beim Trekking auf den vorgesehenen Wegen, wird das Verhalten für die Tiere in gewisser Weise berechenbar und kann entsprechend der Störlinien angepasst werden (24).

Problematisch ist in diesem Zusammenhang jedoch das Verlassen der angelegten Wege bzw. das Errichten von Schlafplätzen in der Natur (26), da dadurch Tiere verstärkt aufgeschreckt werden können und es zu zusätzlichen Trittschäden in evtl. bewusst nicht erschlossenen, sensiblen Naturräumen kommen kann. Besonders gefährlich sind solche Störungen der Tiere im Winter, da in dieser Zeit viele Tiere sehr sparsam mit ihren Energievorräten umgehen müssen und durch das unerwartete Aufschrecken wichtige Energiereserven verbraucht werden (25, 27).

Man spricht auch von indirekten Störfaktoren, wenn durch den Sporttourismus die Fläche des für Wildtiere geeigneten Lebensraums reduziert wird oder eine Verschiebung der Konkurrenzbedingungen zwischen den Tierarten untereinander stattfindet. Dies tritt ein, wenn z.B. ein sehr hohes Müllaufkommen im Naturraum durch die Menschen während des Trekkings verursacht wird und so Tierarten gefördert werden, die Abfälle als Nahrung nutzen (23). 

Ein Negativbeispiel ist der Everest-Trek, welcher auch als „garbage trail“ (28) bezeichnet wird. Auf der 120 km langen Strecke entlang des Everest-Treks zum Base Camp gibt es Abschnitte, die etwa zwei Tonnen Müll pro Kilometer aufweisen. Insgesamt haben sich in 60 Jahren etwa 140 t Müll angesammelt (29). Neben den erheblichen Umweltschäden, die hierdurch verursacht werden, ist zudem die Abfallentsorgung in solchen enormen Höhen sehr aufwendig und extrem teuer (28).

(22) Banzhaf, B. R. (2003). Trekking. Ein Praxisbuch für Einsteiger und Fortgeschrittene. München: Bruckmann Verlag.

(23) Dreyer, A., Menzel, A., Endreß, M. (2010). Wandertourismus – Kundengruppen, Destinationsmarketing, Gesundheitsaspekte. München: Oldenbourg Verlag.

(24) Suchant, R. (2005). Sporttourismus in Wildtierlebensräumen. In Institut für Natursport und Ökologie (Hrsg.), Kongressbericht. Umwelt, Naturschutz und Sport im Dialog. Sport in Naturschutzgebieten. 2. Kongress an der Deutschen Sporthochschule Köln vom 13.–14. September 2004.

(25) Stock, M., Bergmann, H.-H., Helb, H.-W., Keller, V., Schnidirg-Petrig, R., Zehnter, H.-C. (1994). Der Begriff Störung in naturschutzorientierter Forschung: ein Diskussionsbeitrag aus ornithologischer Sicht. Zeitschrift für Ökologie und Naturschutz 3, S.49–57.

(26) Schrag, K. (2006). Alpin-Lehrplan 1. Bergwandern – Trekking. München: BLV Buchverlag GmbH & Co. KG.

(27) Seifert-Rösing, I. (2011). Wanderwissen von A bis Z. Stuttgart: Verlag Pietsch.

(28) Shrestha, T. (1989). Impact of Tourism in the Himalayan Ecosystem of Nepal. In T. V. Singh (ed.), Impact of Tourism in Mountain Environment (S. 41–62). New Delhi: Himalayan Books.

(29) Kelliher, K. (2014). An Examination of Governmental and Nongovernmental Organizations in Nepal: A Partnership in Managing and Eliminating Waste in the Solukhumbu. Lewiston: SIT Study Abroad.

Einheimische
Insgesamt verlaufen viele berühmte Trekking-Routen durch ökonomisch unterentwickelte Länder wie Nepal, Chile, Bolivien und Bhutan. Dadurch treffen sehr unterschiedliche Kulturen aufeinander und es kann zu verschiedenen Konflikten kommen. Für die Einheimischen stellen die Trekking-Gebiete ihre Heimat und den Naturraum dar, mit dem sie ihren Lebensunterhalt bestreiten. Begriffe wie Urlaub oder Bergerlebnis sind ihnen oftmals fremd und es ist nicht überall gern gesehen, wenn Menschen tagelang in ihrer Heimat „herumtrampeln“. Es ist daher sinnvoll, sich vor dem Trekking über die jeweilige Landeskultur zu informieren und den Einheimischen stets mit Respekt gegenüberzutreten. Auch die Privatsphäre der Einheimischen ist zu achten (30). Weiter sollten keine Geschenke an Einheimische gemacht werden, auch keine Süßigkeiten oder Zigaretten, die unter Umständen den Einheimischen noch nicht bekannt sind. Denn durch das Verschenken von mitgebrachten Gegenständen entsteht das Risiko, dass Erwartungshaltungen geweckt und neue, schlechte Gewohnheiten wie z.B. Betteln entwickelt werden (31). Auch können Familienstrukturen, Traditionen und Hierarchien untergraben werden, indem man z.B. einem Kind finanzielle Entlohnungen für kleine Hilfeleistungen gibt, die das Einkommen des Familienvaters deutlich übersteigen.

Jäger*innen
Besonders bei stark frequentierten Bereichen sind Jäger*innen in ihrer Ausübung beeinträchtigt, da durch Trekking Wildtiere sowohl direkt als auch indirekt gestört werden und sich in andere Gebiete zurückziehen müssen (32). Bei einem hohen Trekking-Aufkommen besteht also die Gefahr, dass sich der Wildbestand in betroffenen Gebieten verändert bzw. verkleinert (33). Aufgrund der hohen Pachten, die seitens der Jäger*innen bezahlt werden müssen, tritt schnell Unzufriedenheit ein und sie können unter Umständen eine Absenkung der Jagdpacht aufgrund des geringeren Wildbestands fordern. Dies würde zu wirtschaftlichen Verlusten der Waldbestizer*innen führen und das Konfliktpotenzial weiter erhöhen (34).

Förster*innen
Gerade bei der Übernachtung in Wäldern kann es unter anderem zu Konflikten mit den zuständigen Förster*innen kommen. Sehen die Förster*innen den gewählten Schlafplatz als störend für Wildtiere, so haben sie in Deutschland das Recht, Personen zum Verlassen des Schlafplatzes aufzufordern. Hier ist es ratsam, den Aufforderungen freundlich Folge zu leisten, um eventuellen hohen Bußgeldstrafen zu entgehen.

Grundeigentümer*innen
Bei unerlaubter Übernachtung im Zelt kann es zu Konflikten mit Grundstückseigentümer*innen und zu Verstößen gegen das Betretungsrecht kommen. Um diese zu vermeiden, sollten Sportler*innen sich vorab genau informieren, an welchen Stellen das Zelten und Biwakieren zulässig ist.

(30) Schramm, G. (2004). Trekking Handbuch. Bielefeld: Reise Know-How Verlag Peter Rump GmbH, 2. Auflage.

(31) Banzhaf, B. R. (2003). Trekking. Ein Praxisbuch für Einsteiger und Fortgeschrittene. München: Bruckmann Verlag.

(32) Suchant, R. (2005). Sporttourismus in Wildtierlebensräumen. In Institut für Natursport und Ökologie (Hrsg.),Kongressbericht. Umwelt, Naturschutz und Sport im Dialog. Sport in Naturschutzgebieten. 2. Kongress an der Deutschen Sporthochschule Köln vom 13.–14. September 2004.

(33) Stock, M., Bergmann, H.-H., Helb, H.-W., Keller, V., Schnidirg-Petrig, R., Zehnter, H.-C. (1994). Der Begriff Störung in naturschutzorientierter Forschung: ein Diskussionsbeitrag aus ornithologischer Sicht. Zeitschrift für Ökologie und Naturschutz 3, S.49–57.

(34) Löser, T. (2013). Waldnutzungskonflikte durch Outdooraktivitäten. Eine Analyse am Beispiel der touristischen Destination Sauerland. GEOFOCUS Heft 6. Zugriff am 06.08.2020 unter: https://www.uni-marburg.de/de/fb19/forschung/reihen/geofocus-marburg-pdf/geofocus6.pdf

Entwickelt hat sich das Trekking besonders in den 70er-Jahren, als immer mehr Menschen begannen, längere mehrtägige bis mehrwöchige Touren zu unternehmen. Hierbei wurden zunehmend die markierten Wege verlassen und Touren durch unwegsames Gelände geplant, sodass man sich selbst mit Karte und Kompass orientieren musste. Dies wurde im deutschen Raum zunächst als Weit- bzw. Fernwanderung bezeichnet und später zum moderner klingenden Begriff Trekkingumgewandelt. Während Trekking anfangs jedoch nur auf eigene Faust möglich war, etablierten sich in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Trekking-Veranstalter*innen, die einen Großteil der Organisation übernehmen und gegebenenfalls auch bei der Durchführung der Trekkingtouren selbst behilflich sind (35). In Verbindung mit dem allgemeinen Ausbau der Infrastruktur hat sich Trekking mittlerweile von einer Sportart für wenige Individualisten zu einer beliebten Freizeitbeschäftigung gewandelt (36).

(35) Marais, J. (2004). Trekking. Planung Ausrüstung Durchführung. Stuttgart: Pietsch Verlag.

(36) Harder, G. (2006). Wandern. Bergwandern. Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag.

Individualtrekking
Das Individualtrekking, auch Zelttrekking genannt, stellt die ursprünglichste und auch anspruchsvollste Art des Trekkings dar. Es erfordert eine optimale Vorbereitung und sehr gute technische und naturräumliche Kenntnisse. Neben der eigenständigen Planung und Organisation der Reise muss unter anderem alleine die Ausrüstung getragen, gekocht und die Zelte aufgeschlagen werden. Dabei gilt zu beachten, dass bestimmte Regionen wie z. B. Mustang in Nepal oder Bhutan, für das Individualtrekking gesperrt sind und nur durch geführte Touren zugänglich werden (37, 38).

Lodgetrekking
Unter Lodgetrekking versteht man das Trekking von Hütte zu Hütte. Die Voraussetzung ist eine gewisse Infrastruktur an Unterkunfts- und Verpflegungsmöglichkeiten, die nicht allzu weit voneinander entfernt liegen. Der Vorteil hierbei ist, dass wesentlich weniger Ausrüstung mitgetragen werden muss (38).

Karawanen-Trekking
Karawanen-Trekking hat insgesamt den Vorteil, dass die komplette Ausrüstung von Lastentieren oder Helfer*innen getragen wird und dadurch ein sehr hoher Komfort erzeugt wird. Karawanen-Trekking zählt dadurch jedoch auch zu den teuersten Trekkingarten (39).

Canyon-Touren
Unter Canyon-Touren versteht man allgemein Trekkingtouren, die durch Schluchten oder Gletscherspalten führen. Dabei wird das Trekking mit Sportarten wie Bergsteigen, Felsspringen, Klettern und Free Climbing kombiniert und bietet besonders hohe physische und psychische Herausforderungen. Risiken sind unter anderem, dass man beim Klettern bzw. Trekking von Wassermassen mitgerissen wird oder dass durch unvorhergesehene Wetteränderungen evtl. Fluchtwege aus den Canyons abgeschnitten werden. Neben einer speziellen Ausrüstung sind für diese Trekkingart sehr umfangreiche Kenntnisse und Fähigkeiten notwendig (39).

Küstentouren
Bei den Küstentouren werden Küstenabschnitte mittels Trekking- und Klettertechniken bewältigt. Potenzielle Gefahren bilden Wellen, Strömungen, Gezeiten und herausfordernde Trekkingabschnitte über Strände oder Sanddünen. Neben entsprechender Ausrüstung müssen unbedingt weitere Kenntnisse in Bezug auf den maritimen Naturraum vorhanden sein (39).

Hochgebirgstouren
Von Hochgebirgstouren spricht man im Allgemeinen bei Touren, die in einem Gelände von über 4.000 m meist bei großer Kälte, Eis und Schnee durchgeführt werden. Aufgrund dieser Extrembedingungen können bereits kleine Fehler zu großen Gefahren führen. Zur Überquerung von Eis und Schnee sind spezielle Lauftechniken sowie eine spezielle Ausrüstung (Steigeisen, Eispickel usw.) notwendig (39).

(37) Schrag, K. (2006). Alpin-Lehrplan 1. Bergwandern – Trekking. München: BLV Buchverlag GmbH & Co. KG.

(38) Banzhaf, B. R. (2003). Trekking. Ein Praxisbuch für Einsteiger und Fortgeschrittene. München: Bruckmann Verlag.

(39) Marais, J. (2004). Trekking. Planung Ausrüstung Durchführung. Stuttgart: Pietsch Verlag.

Eine Studie zum Thema Trekking in der Annapurna Region Nepals - einer der populärsten Trekkingregionen der Welt - hat ergeben, dass 95 % der Befragten das Motiv „die Natur genießen“ als sehr wichtig bzw. wichtig ansehen. Dies zeigt, dass der Landschaftsraum selbst das Kernelement der Bedürfnisse beim Trekking darstellt. 80 % wollen außerdem „dem Alltag entfliehen“ und 78 % geben an, dass bewusst „eine ruhige Atmosphäre“ während des Trekkings gesucht wird.

In Verbindung mit der Tatsache, dass ein Großteil der Personen beim Trekking aus Ländern mit urbanen Strukturen kommt, kann gefolgert werden, dass besonders nach einer Gegenwelt beim Trekking gesucht wird. 90 % gaben außerdem an, dass beim Trekking das Freiheitsgefühl von großer Bedeutung ist, 87 % gaben als Motivation die Nähe zur Natur an (40).

(40) Holden, A., Sparrowhawk, J. (2002). Understanding the motivations of ecotourists: the case of trekkers in Annapurna, Nepal. International Journal of Tourism Research,4(6), S. 435–446.

Insgesamt fordert Trekking durch die größeren Distanzen und die Bewältigung von etlichen Höhenmetern sowie durch die Fortbewegung auf teilweise unbefestigten Wegen und schwierigen Pfaden einige körperliche und geistige Voraussetzungen. So sollten vor allem eine gute Grundkondition und Langzeitausdauer vorhanden sein (41, 42, 43). Zur Bewältigung von Steilpassagen ist eine mittelfristige Kraftausdauer erforderlich. Im Rahmen des vorbereitenden Trainings wird daher empfohlen:

  1. Als Trainingsbelastung zur Trekkingvorbereitung sind dreimal pro Woche 60 Min. bei einer Intensität von 70 % der Herz-Kreislauf-Auslastung durchzuführen.
  2. Einmal pro Woche sollte eine extensive, mehrstündige Ausdauerbelastung im submaximalen Bereich erfolgen, z.B. in Form einer längeren Bergtour oder Radtour (42).

Idealerweise sollte vorher mit einer gewissen Packlast von ca. 20 % des Körpergewichts trainiert werden. Insgesamt sollten jedoch nicht mehr als 30 % des Körpergewichts bei einer Trekkingtour als Packlast mitgetragen werden (43). Außerdem sind technische körperliche Voraussetzungen notwendig, wie z.B. Trittsicherheit, Höhentauglichkeit und Schwindelfreiheit.

Da man sich beim Trekking überwiegend durch unbefestigtes Gelände bewegt, sind gute Kenntnisse der Orientierung, Wetterkunde und Erste Hilfe sowie den Akklimatisierungsregeln vonnöten. Darüber hinaus ist eine an die Gegebenheiten der geplanten Tour angepasste Ausrüstung unabdingbar. Damit die Trekkingtour erfolgreich durchgeführt werden kann, ist es vor allem wichtig, Strecken entsprechend seiner eigenen körperlichen Leistungsfähigkeit auszusuchen. Ein intensives Studium von vorherigen Wanderkarten und Informationsmaterial sowie eine sehr gute allgemeine Vorbereitung sind essentiell (42).

(41) Banzhaf, B. R. (2003). Trekking. Ein Praxisbuch für Einsteiger und Fortgeschrittene. München: Bruckmann Verlag.

(42) Schrag, K. (2006). Alpin-Lehrplan 1. Bergwandern – Trekking. München: BLV Buchverlag GmbH & Co. KG.

(43) Marais, J. (2004). Trekking. Planung Ausrüstung Durchführung. Stuttgart: Pietsch Verlag.

Insgesamt ist der Trekking-Markt nicht separat zum Wandermarkt hinsichtlich der ökonomischen Effekte aufgegliedert. Lediglich in Regionen, in denen Trekking einen Großteil zur Wertschöpfung beiträgt, sind Zahlen separat erhoben worden. Laut der DWV- Grundlagenuntersuchung Wandern 2010 werden 24 % aller Wanderurlaube als Mehrtagestouren mit wechselnder Unterkunft durchgeführt (44). Allgemein ist anzumerken, dass Expeditionen und geführte Touren insgesamt im Trekkingbereich sehr teuer sind und außerdem eine umfangreiche Trekking-Ausrüstung vonnöten (45, 46).

In Nepal stellt der Bereich Trekking und Bergsteigen ca. 9 % des Tourismus dar, was einem absoluten Wert von 66.490 Personen entspricht. Insgesamt gibt es 2.367 Trekking-Veranstalter und rund 13.049 Trekking-Guides in Nepal. Obwohl der Trekking-Tourismus einen sehr wichtigen Beitrag zur Gesamtwertschöpfung des Landes beiträgt, entfallen lediglich 6 % der Tourismusausgaben in der Everest Region auf die lokalen Sherpas bzw. auf die Thakali in der Annapurna Region. Aufgrund des zunehmenden Tourismusaufkommens in Nepal wurde der Tourismus zudem begrenzt, um negative soziologische und ökologische Einflüsse einzudämmen. So sind z.B. nur 100 Tourist*innen pro Jahr in der oberen Mustang Region erlaubt und es wird ein Eintritt von 700 US-Dollar pro Person für 10 Tage verlangt (47, 48).

(44) Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. (2010). Forschungsbericht: Grundlagenuntersuchung Freizeit- und Urlaubsmarkt Wandern – Langfassung. Berlin: Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.

(45) Banzhaf, B. R. (2003). Trekking. Ein Praxisbuch für Einsteiger und Fortgeschrittene. München: Bruckmann Verlag.

(46) Schrag, K. (2006). Alpin-Lehrplan 1. Bergwandern – Trekking. München: BLV Buchverlag GmbH & Co. KG.

(47) Ministry of Culture, Tourism & Civil Aviation (HGM). (2016). Nepal Tourism Statistics 2016. Kathmandu: Ministry of Tourism.

(48) Metz, J. J. (1995). Development in Nepal: Investment in the Status Quo. GeoJournal 352, S.175–184.

Um Trekking auch im Landschaftsschutzgebiet der Sächsischen Schweiz attraktiv zu gestalten, wurden neben zahlreichen Trekkinghütten ebenfalls rustikale Biwakplätze entlang der Routen geschaffen. Dadurch soll illegales Wildcampen eingedämmt werden. Es ist gestattet, kleine Bergzelte in der Zeit zwischen 16.00 - 10.00 Uhr aufzustellen und in den Schutzhütten Unterschlupf zu finden. Auch kleinere Campingkocher werden toleriert (49).

(49) Nationalpark Sächsische Schweiz (2018). Boofen. Zugriff am 06.08.2020 unter: http://www.nationalpark-saechsische-schweiz.de/besucherinformation/sonstiges/freiuebernachten/

Um die negativen Auswirkungen des zunehmenden Tourismus auf dem Inca-Trail in Peru zu reduzieren, wurden verschiedene Regeln bezüglich der klassischen viertägigen Trekkingroute festgelegt. Demnach ist die Anzahl der Personen, die sich zwitgleich auf dem Trail befinden dürfen, auf 500 beschränkt. Darunter fallen nicht nur die eigentlichen Teilnehmer*innen, sondern ebenfalls Köche, Trekking-Guides, Träger usw. Zwar muss keine Tour zwingend über einen Reiseveranstalter gebucht werden, allerdings kann ein Guide engagiert werden, der für die Durchführung der Tour verantwortlich ist und alle Anforderungen der Inca-Trail-Regularien erfüllen muss. Wird die Trekkingtour in einer Gruppe durchgeführt, so ist die Gruppengröße auf maximal 16 Personen beschränkt. Ab einer Gruppengröße von zehn Personen sind ein Guide sowie ein assistierender Guide verpflichtend (50).

(50) Incatrailperu (2018). Inca Trail to Machu Picchu. Inca Trail – Trek Regulations. Zugriff am 06.08.2020 unter: http://www.incatrailperu.com/inca_trail_trek_regulations.html